Vor allem Kunden außerhalb der Großstädte erhalten Vorteile
Handelsblatt-Kongress: Festnetzkunden werden bald vom Wettbewerb profitieren

35 Spitzen-Repräsentanten aus der Telekommunikations-Branche diskutieren auf dem Handelsblatt-Kongress vom 6. bis 8. Juni künftige Trends und Strategien.

rsc DÜSSELDORF. Der Markt für Telekommunikationsdienste in Deutschland ist ein dynamischer Wachstumsmarkt. Auf der 6. Internationalen Handelsblatt-Jahrestagung in Düsseldorf werden 35 Spitzen-Repräsentanten aus der Telekommunikations-Branche mit Vorträgen und Diskussionsrunden Trends und Strategien in Europa vorstellen.

"Die Wachstums-Dynamik ist in verschiedenen Segmenten sehr unterschiedlich ausgeprägt", sagt Universitäts-Professor Dr. Torsten J. Gerpott. Er leitet den 3-tägigen Kongress und ist Inhaber des Lehrstuhl für Telekommunikationswirtschaft an der Universität Duisburg.

Zur Erklärung liefert Gerpott ein Beispiel: "Auf dem Markt für ortsnetzübergreifende Telefonverbindungen stieg im Jahr 1999 zwar die Minutenzahl um bis zu 17 % an, der Konkurrenzdruck führte jedoch zu weiter sinkenden Preisen." Auslandsgespräche verbilligten sich sogar um 42,4 % gegenüber dem Vorjahr.

Im Markt für Festnetz-Anschlüsse warten die deutschen Kunden bislang vergeblich auf intensiveren Wettbewerb. Aber auch das könnte sich bald ändern: Unternehmen wie QSC, First Telecom, Arcor oder Mobilcom verbinden einen digitalen Internet-Anschluss mit der Möglichkeit, schnellere Internet-Zugänge anzubieten. Zur Debatte stehen hier Bandbreiten von bis zu 2 Mbit/s.

Davon sollen vor allem Mittelstandskunden außerhalb von Großstädten profitieren. Mit stationären Funkzugängen umwerben die Telekom-Anbieter diese Zielgruppe. Auf dem Privatkundenmarkt wird hingegen mittelfristig keine Wettbewerbs-Intensivierung durch Funkzugänge oder Nutzung von Stromnetzen erwartet.

36 % der Deutschen telefonieren mobil

Im April gab es bereits 29,6 Mill. Mobilfunk-Anschlüsse in Deutschland. Das bedeutet 36 Anschlüsse pro 100 Einwohner. Gerpott erwartet bis Ende 2001 eine Zunahme der Kunden auf 45 bis 50 Mill. Seiner Ansicht nach ist der deutsche Markt im internationalen Vergleich aber noch nicht weit entwickelt.

Impulse werden von mobilen Internet-Zugängen und-Diensten erwartet, die etwa ab den Jahren 2002/2003 verfügbar sein sollen. Eine entscheidende Rolle spielt hier der Neubau von Mobilfunk-Netzen der 3. Generation: UMTS/IMT-2000.

In den nächsten Monaten stehen neben der Versteigerung der neuen Mobilfunk-Lizenzen Entscheidungen zu Regulierungs-Themen an, die für die weitere Entwicklung des deutschen Telekommunikations-Marktes wichtig sind haben. Gerpott fordert: "Die Politik muss sorgfältig prüfen, inwieweit Unternehmen in Versuchung geführt werden, Wettbewerber allein durch unfairen Marktmacht-Einsatz zu verdrängen." Aus anderen Märkten - beispielsweise dem deutschen Luftverkehr - gebe es Erfahrungswerte: Eine Verdrängung der Anbieter dürfte weder den Anbietern selbst noch den Kunden auf dem Telekommunikations-Markt längerfristig gut tun.

Der Kongress "Telekommarkt Europa" beginnt am Dienstag, 6. Juni, um 8.15 Uhr. Handelsblatt.com berichtet an allen drei Tagen - u.a. über die Themen WAP, UMTS, E-Commerce und Sicherheit im Internet.

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