Vor allem Lebensmittel billiger
Deutsche Inflation deutlich verlangsamt

Der Anstieg der deutschen Verbraucherpreise hat sich im Februar vor allem wegen billigeren Lebensmitteln offenbar deutlich verlangsamt.

Reuters FRANKFURT. Inflationsdaten aus Hessen und Sachsen signalisierten Analysten zufolge für Deutschland am Freitag eine Jahresrate von etwa 1,7 %, nachdem die Preise im Januar wegen des kalten Winters und Steuererhöhungen noch um 2,1 % gestiegen waren.

Auch im Monatsvergleich verlangsamte sich die Inflation nach einem Preissprung im Januar deutlich. "Insgesamt ergibt sich ganz klar das Bild einer starken Entspannung an der Preisfront", sagte Christoph Hausen von der Commerzbank. Vor allem Lebensmittel waren im Februar billiger als noch zu Jahresanfang - so kostete in Sachsen Blumenkohl gut 60 % weniger.

Kaum Einfluss auf Zinspolitik

Auf die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank wird die Preisentwicklung nach Ansicht der Experten kaum einen Einfluss haben. Das statistische Bundesamt wird voraussichtlich am Montag die vorläufige gesamtdeutsche Inflationsrate veröffentlichen.

In Hessen fiel die Jahresinflation auf 1,7 % nach 2,1 % im Januar. Der monatliche Anstieg betrug 0,3 (1,1) Prozent. In Sachsen registrierten die Statistiker eine Jahresteuerung von 1,6 (2,3) Prozent und unveränderte Preise im Monatsvergleich nach einem Anstieg von 1,2 % von Dezember auf Januar. In Hessen waren Nahrungsmittel zwar 4,7 % teurer als ein Jahr zuvor, gleichzeitig aber 0,2 % unter ihrem Januar-Niveau.

"Moderates Inflationsniveau"

"Es sieht so aus, als sollten wir ein moderates Inflationsniveau im Februar bekommen", sagte auch Stephan Rieke von der BHF-Bank. Die Daten für Brandenburg, Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen werden für Montag erwartet. Auf Basis dieser sechs Bundesländer berechnet das Statistische Bundesamt die vorläufige deutsche Inflationsrate für Februar. Analysten rechneten auf Basis der Preise aus Sachsen und Hessen mit einem Rückgang der Jahresteuerungsrate auf etwa 1,7 von 2,1 % im Januar. Zum Vormonat erwarten die Volkswirte nun einen Anstieg des Preisniveaus um 0,2 (0,9) Prozent.

In den kommenden Monaten wird die Inflation in Deutschland nach Einschätzung der Experten weiter zurückgehen. Ein eventueller, überraschender Anstieg der Ölpreise sowie ein hoher Abschluss bei der anstehenden Tarifrunde könnte diese Entwicklung nach Einschätzung von Stefan Mütze von der Helaba jedoch gefährden. Bei den Tarifverhandlungen "kann es bei den endgültigen Abschlüssen durchaus eine negative Überraschung geben", sagte Mütze.

Keine Zinssenkung erwartet

Auf die Zinspolitik der EZB wird die Inflationsentwicklung nach Einschätzung der Volkswirte kaum einen Einfluss haben. "Diese Entwicklung entspricht dem, was die EZB erwartet hatte", sagte Hausen, der wie viele andere Volkswirte nicht mehr mit einer Zinssenkung rechnet, sondern einen Zinsanstieg in der zweiten Jahreshälfte erwartet. Nigel Anderson von RBS Financial Markets wies zudem darauf hin, dass die Inflation nicht überall so schnell sinkt wie in Deutschland: "Die Zahlen in der gesamten Euro-Zone werden nicht so gut aussehen wie die in Deutschland." So blieb die Jahresinflation nach Schätzungen von Analysten in Italien mit 2,5 % im Februar überraschend hoch.

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