Vor allem MDax-Aufsteiger haben noch nicht die volle Aufmerksamkeit der Anleger
MDax-Werte sind oft noch günstig zu haben

Das deutsche Nebenwertesegment MDax wird nach Meinung von Analysten und Fondsmanagern immer noch unterschätzt. Eine Reihe so genannter Midcaps sei unterbewertet, heißt es.

DÜSSELDORF. Volker Borghoff, Aktienstratege bei HSBC Trinkaus & Burkhardt, kommt in einer Studie zu dem Schluss, dass sich der Index momentan durch "ein attraktives Bewertungsniveau" auszeichne. Er rechnet mit einem Aufwärtsspotenzial des MDax in diesem Jahr von 10 bis 15 Prozent. Daher rät er Anlegern, den Anteil "solider Midcaps" im Portfolio zu erhöhen.

Als Beispiele für unterbewertete MDax-Titel nennen die Experten häufig Unternehmen wie die Maschinenbauer Koenig & Bauer und Gildemeister, den Puppenhersteller Zapf Creation, den Hersteller von Getränkeabfüllanlagen Krones sowie den Kupfererzeuger und-verarbeiter Norddeutsche Affinerie und den Autozulieferer Beru. Unterbewertet ist nach Definition von HSBC ein Markt oder ein Index dann, wenn die Differenz des geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) zum Gewinnwachstum zu gering ist. Frank Hansen, Fondsmanager beim Deutschen Investment Trust (DIT), rät Anlegern außerdem, den gegenwärtigen Börsenkurs mit den Wachstumschancen zu vergleichen.

Gemeinsam ist den vermeintlich unterbewerteten Titeln häufig eines: sie fallen wenig auf, etwa in den Medien oder in den Berichten der Banken. Einige dieser Firmen sind erst im Jahr 2001 in den MDax aufgestiegen, so etwa Gildemeister, Zapf, Beru und die Norddeutsche Affinerie. Und sie gehören zu den kleineren Werten im MDax.

Der Durchschnittsanleger schaut nur auf den Dax

"Die Aufmerksamkeit für diese Werte war bisher eher gering, und erst jetzt rücken sie in den Fokus der Kapitalmärkte", erklärt Jochen Mathée von der Fondsgesellschaft Invesco die günstige Bewertung. "Der durchschnittliche Privatanleger richtet seine Aufmerksamkeit vor allem auf die Dax 30-Werte", meint DIT-Fondsmanager Hansen.

Fondsmanager Hansen zählt zu seinen MDax-Favoriten die Aktien von Krones, da das Unternehmen, das Anlagen für die Lebensmittelbranche herstellt, weniger abhängig von der Konjunktur sei als die anderen Maschinenbauer. Nichtsdestotrotz halten Thomas Rau und Hermann Reith, Analysten bei der BHF Bank, den Maschinenbauer Gildemeister mit einem KGV von rund zehn für unterbewertet und empfehlen die Aktie damit zum Kauf.

Auf Hansens Liste steht außerdem Zapf: "Die Firma ist mit einem KGV von neun günstig, denn das Unternehmen zeichnet sich durch gute Produkte aus". Ein Schnäppchen sei auch die Norddeutsche Affinerie, da sie Kupfer nicht nur gewinne, sondern auch weiter verarbeite. Damit könne sie laut Hansen die hohen Gewinne auch halten, wenn die Metallpreise fallen. Die Analysten der Berenberg Bank empfehlen, die Aktie mit einem Kursziel von 16,50 Euro zu kaufen.

Beru könnte laut Berenberg Bank von einem neuen Reifendrucksystem in den USA profitieren. Setze sich dieses durch, sieht auch Hansen Potenzial für das Papier. Fondsmanager Mathée hält außerdem noch Heidelberger Druckmaschinen, den Gabelstaplerbauer Jungheinrich und die Pharmafirma Stada für günstige Titel. Laut Borghoff sorge zudem die Steuerreform für Kursphantasie. Vom steuerfreien Beteiligungsverkauf könnten Unternehmen wie MG Technologies, K+S und Babcock Borsig profitieren.

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