Vor allem Tech- und Finanztitel unter Druck
Infineon zieht den Dax nach unten

Das Warten auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed am Mittwoch hat die deutschen Börsen verunsichert. Bis zum frühen Dienstagabend setzte sich der Abwärtstrend fort. Der Deutsche Aktienindex (Dax) gab bis 17.15 Uhr um 1,5 Prozent auf 5 814,99 Punkte nach.

vwd/ddp-vwd/rtr FRANKFURT/M. "Jedem Dax-Wert seine Gewinnwarnung", kommentierten Händler den Verlauf des Dienstagnachmittages. Der erneute Einbruch am deutschen Markt erstreckt sich über nahezu alle Werte und Branchen. Händler machten als Motor für die weitere Talfahrt vor allem Infineon verantwortlich, die nach Spekulationen über die bevorstehende Platzierung einer geplanten Kapitalerhöhung auf ein Rekordtief einbrachen und den gesamten deutschen Aktienmarkt mit in die Tiefe zogen. Zu den wenigen Ausnahmen gehörten Konsumwerte, die sich gut behaupten konnten. Die besser als erwarteten US-Konjunkturdaten halfen dem Dax nicht. Sie wurden von den schlechten Ifo-Konjunkturzahlen für Europa vom Vormittag gekontert.

Allen voran sackten die Technologiewerte teils recht kräftig in den Keller. Verursacht durch die Gewinnwarnung des US-Chipherstellers Applied Micro Circuits vom Vorabend brachen Infineon um 9,1 Prozent auf 26,75 Euro ein. Das Unternehmen hatte keine Stellung nehmen wollen zu Gerüchjten, nach denen die Muttergesellschaft Siemens rund zehn bis 60 Millionnen zusätzliche Infineon-Anteile aus einer Kapitalerhöhung an den Markt bringen wolle, jedoch davon gesprochen, "die Schulden im Rahmen" zu halten. Siemens hatte die Gerüchte dementiert - der Infineon-Aktie half es nicht. "Da ist wirklich niemand mehr auf der Käuferseite", kommentieren Händler die Verluste. SAP verloren 4,4 Prozent auf 158,26 Euro. Siemens und Epcos gaben um die 2,2 Prozent ab.

Ebenfalls im Abwind lagen die Finanztitel. Am Mittag hatte die US-Investmentbank Merrill Lynch mitgeteilt, die Ergebnisprognosen der Analysten im zweiten Quartal zu verfehlen. Zudem sei der Ausblick beim Umsatz für das dritte Quartal schwach. Die Aktien der Deutschen Bank gaben um 3,1 Prozent nach, Hypovereinsbank verloren rund ein Prozent.

Händler verwiesen zur Begründung für die sehr schwache Kaufneigung am Markt auch auf für Mittwochabend erwartete Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed. Viele Anleger würden sich im Vorfeld der Zinsentscheidung vom Handelsgeschehen zurückhalten. Sollte eine Zinssenkung wider Erwarten ausbleiben, könne es am Markt weiter deutlich nach unten gehen, hieß es.

Im Plus notierten vor allem defensive Werte und Konsum. Henkel legten um 0,5 Prozent zu auf 69,32 Euro, Adidas-Salomon um 0,6 Prozent auf 69,52 Euro. Auch die in den vergangenen Tagen geprügelten Chemie-Werte entziehen sich dem Einfluss der High-Tech-Warnungen und notieren leicht im Plus. Große Gewinne verzeichnete aber kein Unternehmen.

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