Vor allem Technologie- und Medientitel im Arbwärtstrend
Europas Börsen auf Siebenmonats-Tief

Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag bei breit gestreuten Verlusten deutlich an Terrain verloren. Die paneuropäischen Indizes erreichten dabei neue Mehrmonate-Tiefs.

Reuters FRANKFURT. Der DJ Stoxx50-Index verlor 1,71 % auf 3316,48 Punkte. Die Abwärtstendenz wurden von zyklischen Werten wie Technologie- und Medientitel angeführt. Unter den Telekomausrüstern büssten Alcatel 6,2 % ein, Ericsson fielen 5,7 % und Nokia 4,2 %. Alcatel hatte zuvor vor künftigem Preisdruck im Sektor gewarnt. Philips sanken 6,2 %. Deutlich schwächer waren auch die Titel des Mediengiganten Vivendi Universal, nachdem eine Aufsichtsratssitzung nicht die erwarteten Beschlüsse zum Verkauf von Konzernteilen brachte. Im Vorfeld der Berichtssaison zu den Ergebnissen im zweiten Quartal und angesichts des schwellenden Konflikts zwischen Indien und Pakistan seien die Kursrisiken weiter hoch, sagten Marktteilnehmer. Der nachgebende Dollar belaste zudem die europäischen Exportwerte. Einzig die Titel im Lebensmittel- und nichtzyklischen Konsumgütersektor hielten sich am Donnerstag knapp im Plus.

London

Brokerherabstufungen der Titel der zwei führenden Pharmakonzerne und Verluste im Telekomsektor drückten den FTSE-100-Index der Londoner Börse 0,83 % auf 5040,8 Zähler, den tiefsten Stand seit etwa drei Monaten. Bei den Pharmariesen verloren GlaxoSmithKline nach der Zurückstufung durch Goldman Sachs 3,6 % und AstraZeneca, die von der Banc of America zurückgenommen wurden, büssten ein % ein. Im Telekomsektor ermässigten sich Vodafone 3,8 % und BT Group ein Prozent.

Auch Technologiewerte kamen unter Druck, allen voran ARM Holdings, die nach der Zurückstufung durch UBS Warburg 8,3 % fielen. Zulegen konnten laut Händlern insbesondere defensive Werte wie Versorger- und Tabaktitel. So stiegen United Utilities und British American Tabacco je rund drei %.

Zürich

Die Schweizer Aktien haben über dem Tagestief schwächer geschlossen. Der SMI-Index sank 0,82 % auf 6544,1 Punkte. Händler sprachen von einem ruhigen und lustlosen Geschäft, in dem die Kurse mangels anderer Impulse abgebröckelt seien. Vor allem Adecco, die sechs % nachgaben, sowie Technologiewerte fielen mit größeren Verlusten auf. Die Finanzwerte weiteten im Verlauf die Abgaben etwas aus, blieben aber meist auf rund ein Prozent begrenzt.

Paris

An der Pariser Börse fielen die Kurse unter Führung von Vivendi Universal und Alcatel auf das tiefste Niveau seit etwa drei Monate. Der CAC-40 Index sank 1,72 % auf 4260,14 Zähler. Vivendi Universal verloren mehr als fünf %; der Aufsichtsrat der Gruppe fasste entgegen den Erwartungen keine Beschlüsse zum Verkauf von Konzernteilen um die Schulden abzubauen. Alcatel warnte vor wachsendem Preisdruck im Bereich Telekomausrüstung; die Aktien verloren mehr als sechs Prozent. France Telecom büsten 3,8 % ein.

Amsterdam/Brüssel

Die Benelux-Börsen schlossen bei Verlusten vor allem im Technologiesektor schwächer. Der Amsterdamer AEX-Index fiel 1,88 % auf 480,34 Punkte und der Brüsseler Bel20-Index büsste 0,62 % auf 2733,11 Zähler ein. Philips verloren 6,2 % und die Titel des Chiperzeugers ASML sanken 3,5 %. Händler sagten, beide Aktien hätten auf den Fall von Cisco und auf die Möglichkeit eines Preisverfalls bei Speicher-Chips reagiert.

Mailand

Der Mailänder Mib30-Index sank 1,59 % auf 30040 Punkte. Fiat erholten sich von frühen Verlusten und schlossen kaum verändert. Die Milliardenspritze für den hoch verschuldeten Autokonzern sei vom Markt und von Ratingagenturen positiv aufgenommen worden. Unter den am Refinanzierungsplan beteiligten Gläubigerbanken schlossen Intesa und Sanpaolo je rund 1,5 % fester, während Banca di Roma 1,6 % nachgaben.

Madrid

Schwache Telekom - und Bankwerte belasteten die Madrider Börse. Der Ibex-35-Index verlor 1,16 % auf 7854,8 Zähler. Gegen den Negativtrend setzten sich Iberia durch und stiegen 5,1 %. Iberia könnten möglicherweise Telepizza bei der im Juni anstehenden Revision im Ibex-Index ersetzen. Unter Druck standen die schwer gewichteten Telefonica-Aktien, die zwei % nachgaben. Auch die beiden Bankschwergewichte BBVA und Santander Central Hispano waren schwächer.

Stockholm

Die skandinavischen Aktienmärkte waren geprägt von schwachen Technologie- und Telekomwerten. Der DJ Stoxxordic-Index sank auf den tiefsten Stand seit sieben Monaten; er verlor 1,81 % auf 288,09 Zähler. Im Mittelpunkt standen Ericsson, die im Sitzungsverlauf zeitweise über sieben % einbrachen, und noch sechs % tiefer aus dem Markt gingen. Bei Ericsson schlugen auch Sorge zu Buche, dass das Unternehmen das Kapital stärker als bisher erwartet erhöhen muss. Deutlich schwächer waren auch Nokia.

Wien

Die Wiener Börse blieb feiertagsbedingt geschlossen.

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