Vor allem Technologietitel gaben nach
US-Börsen ziehen Europas Wertpapiermärkte ins Minus

Die europäischen Aktienmärkte sind am Montag den Sog schwächerer US-Börsen geraten. Den Abwärtstrend in den USA begründeten Börsianer mit der Erwartung einer Reihe von Gewinnwarnungen für das laufende Quartal. Technologie- und Telekomwerte waren europaweit im Abwärtstrend. Die erwarteten Gewinnwarnungen und eine Reihe von US-Konjunkturdaten, die ab Mitte der Woche veröffentlicht werden sollen, stimmten Investoren vorsichtig, sagten Händler. Für Mittwoch werden die Zahlen zu den US-Einzelhandelsumsätzen erwartet, am Donnerstag folgen die Erzeugerpreise und am Freitag die Verbraucherpreise sowie der Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan.

Reuters LONDON. "Die US-Einzelhandelsumsätze am Mittwoch sind vermutlich die wichtigsten Daten", sagte Paul Horne von Schroder Salomon Smith Barney. "Wir sind einigermaßen optimistisch und glauben, dass sich das finanzielle Umfeld verbessert hat."

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz notierte am Abend mit 0,86 Prozent im Minus bei 4 221 Punkten. Der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) gab um 0,53 Prozent auf 4 427 Zähler nach.

LONDON - Schwächer. Bankwerte und Vodafone im Minus

Belastet von Bankwerten und Indexschwergewicht Vodafone schloss die Londoner Börse schwächer. Der FTSE-Index ging mit einem Minus von 1,51 Prozent bei 5860 Punkten aus dem Handel. Vodafone-Aktien schlossen 3,85 Prozent leichter bei 181,88 Pence, noch mehr jedoch lasteten Bankwerte auf dem FTSE-Index. HSBC-Papiere gaben um 2,62 Prozent auf 891 Pence nach, nachdem Analysten der SG Securities die Gewinnprognosen für das Institut kürzten und die Einstufung des Titels mit "Verkaufen" bestätigten. Ebenfalls im Minus notierten die Titel der Lloyds TSB, die 4,41 Prozent auf 744,88 Pence fielen.

ZÜRICH - Bei ereignislosem Handel schwächer

Die Schweizer Börse schloss leichter. Marktteilnehmer sprachen von einem weitgehend ereignislosen Handel. "Solange kein Trend da ist, verharren die Anleger lieber an den Seitenlinien", sagte ein Händler. Der SMI-Index schloss 0,65 Prozent tiefer bei 7498 Zählern. Deutliche Einbußen erlitten die Titel der Fluggesellschaft Swissair, die um 11,73 Prozent auf 118,50 sfr nachgaben. Händler begründeten die Verluste damit, dass der Konzern noch nicht dargelegt habe, wie er die angekündigten Einsparungen von 500 Millionen sfr umsetzen wolle. Dies erzeuge Unsicherheit und belaste den Kurs.

PARIS - Leichter. Cap Gemini verlieren

Die französischen Aktienmärkte schlossen leichter. Der CAC 40-Index ging 0,39 Prozent niedriger bei 5418 Punkten aus dem Handel. Aktien des IT-Dienstleisters Cap Gemini Ernst & Young fielen 4,19 Prozent auf 132,70 Euro, wobei auch andere Technologiewerte im Minus notierten. Die Titel des Telekom-Zulieferers Alcatel legten dagegen um 0,51 Prozent auf 29,40 Euro zu. Händler begründeten dies aber vor allem mit einer technischen Reaktion des Marktes. Auch die Aktien des Automobilkonzerns Renault gewannen fast zwei Prozent.

MAILAND - Knapp behauptet in dünnem Handel

Die italienischen Aktienwerte schlossen knapp behauptet. Der Mib 30-Index ging um 0,14 Prozent leichter bei 38.662 Punkten aus dem Handel. Bei dünnen Umsätzen gab es kaum größere Kursausschläge. Die größten Verluste verbuchten Seat Pagine Gialle SpA, die 0,68 Prozent Prozent auf 1,17 Euro nachgaben. Indexschwergewicht Telecom Italia schloss kaum verändert bei 10,98 Euro.

MADRID - Unverändert mit Zuschlägen bei Zeltia

Die Börse in Madrid gab bis zum Ende des Handelstages ihre Gewinne wieder ab und schloss einen halben Zähler unter ihrem Schlusskurs vom Freitag. Zum Börsenschloss stand der Ibex- 35-Index bei 9606 Punkten. Zulegen konnten vor allem die Aktien des Biotechnologie-Unternehmens Zeltia, nachdem die Europäische Kommission dem Konzern die Zulassung für ein neuartiges Krebs-Medikament erteilt hatte. Die Papiere gewannen knapp drei Prozent auf 12,75 Euro. Die Papiere des Indexschwergewichts Telefonica verloren moderat um 0,23 Prozent.

AMSTERDAM - Leichter mit Abschlägen bei KPN

Der niederländische AEX-Index schloss um 1,16 Prozent im Minus bei 581 Punkten. Unter Druck gerieten erneut die Aktien des hoch verschuldeten Telekom-Konzerns KPN Telecom, die 2,32 Prozent auf 7,17 Euro abgaben. Im Plus schlossen dagegen die Titel der Fluggesellschaft KLM, nachdem ein Zeitungsbericht nach Händlerangaben Spekulationen über eine Wiederaufnahme der Fusionsgespräche mit dem britischen Konkurrenten British Airways ausgelöst hatte. Die KLM-Papiere gewannen 3,14 Prozent auf 23 Euro.

WIEN - Im Minus mit deutlichen Abschlägen bei Libro

Die österreichischen Aktienwerte schlossen leichter. Der ATX-Index ging bei 1227 Punkten aus dem Handel, ein Minus von 0,88 Prozent. Deutliche Abschläge verzeichneten die Papiere der angeschlagenen Medienhandelskette Libro. Die Aktien verloren mehr als ein Viertel ihres Werts und schlossen bei 3,61 Euro nach 4,85 Euro am Freitag. Händler begründeten die starken Verluste mit Spekulationen am Markt, dass es möglicherweise doch kein Übernahmeangebot für das Unternehmen geben werde. Die Aktien des Tabakkonzerns Austria Tabak zogen dagegen um 4,5 Prozent an.

BRÜSSEL - Leichter, Agfa im Minus

Die Börse in Brüssel schloss leichter. Der Blue-Chip-Index Bel20 ging mit einem Minus von 0,81 Prozent bei 2856 Zählern aus dem Handel. Gedrückt wurde der Index vor allem von den 5,9-prozentigen Verlusten bei den Titeln des Fototechnik- Konzerns Agfa Gevaert. Der gescheiterte Verkauf der Foto-Sparte an eine britische Investorengruppe und der angekündigte Wechsel an der Unternehmensspitze belasteten Händlern zufolge den Kurs. "Doch abgesehen von der Agfa-Mitteilung ist am Markt nicht viel los", sagte ein Händler. Agfa-Papiere schlossen bei 17,55 Euro.

STOCKHOLM - Schwächer mit Telekom-Titeln im Minus

Der Stockholmer OMX-Index verlor 1,56 Prozent auf 893 Zähler. Die schlechten Vorgaben aus den USA belasteten Händlern zufolge vor allem die Technologietitel. Die Aktien von Indexschwergewicht Ericsson gaben 1,61 Prozent auf 61 skr ab. Der Mobilfunk-Anbieter Tele1 Europe verlor 5,63 Prozent auf 26,80 skr. "Wir haben die schlechten Nachrichten aus den USA erlebt. Mehr haben wir nicht hinzuzufügen", sagte ein Händler.

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