Vor allem Titel von Fluggesellschaften unter Druck
Nikkei schließt auf tiefstem Stand seit 17 Jahren

Geprägt von Unsicherheit hat die Tokioter Börse am Montag vor der ersten Sitzung der New Yorker Wall Street nach den Terroranschlägen in den USA auf dem tiefsten Schlussstand seit 17 Jahren geschlossen. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index beendete den Handel mit einem Minus von 504,48 Punkten oder 5,04 % auf 9 504,41 Zählern.

rtr/afp TOKIO. Die Anleger seien vor der mit Spannung erwarteten Wiedereröffnung der New Yorker Aktienmärkte verunsichert und nervös, hatten Händler den schwachen Handelsverlauf begründet. Auch die negativen Vorgaben der europäischen Börsen aus der vergangenen Woche seien Grund für die Kursverluste. Unter Druck gerieten Marktteilnehmern zufolge als Auswirkung der Terroranschläge besonders Aktien von Fluggesellschaften. Exportstarke Titel, darunter vor allem Autowerte, seien von einem starken Yen-Kurs belastet, sagten Händler.

In Hongkong rutschte der Hang-Seng-Index (HSI) kurz nach Handelsbeginn um über vier Prozent ab. Den Vormittagshandel (Ortszeit) beendete der Index um 3,09 % tiefer bei 9 356,67 Zählern. Seit den Anschlägen auf das World Trade Center in New York und das US-Verteidigungsministerium vergangenen Dienstag verlor der Index knapp elf Prozent. "Der HSI könnte bis zu 9 000 Punkten runtergehen", sagte ein Analyst. Zu den großen Verlieren zählten die Aktien der Fluggesellschaft Cathay Pacific, die fast 13 % nachgaben.

Insgesamt rechnen Händler in Tokio und Hongkong mit einer schwachen Eröffnung der Wall Street, zumal die Zeichen der US-Wirtschaft auf Rezession stünden. Die Wall Street sollte am Montag (15.30 Uhr MESZ) wieder eröffnet werden, nachdem sie am vergangenen Dienstag nach den Anschlägen geschlossen worden war. Auch US-Analysten erwarten zunächst nachgebende Kurse an den amerikanischen Aktienmärkten.

Japanische Zentralbank interveniert gegen starken Yen

Unterdessen hat die japanische Zentralbank nach einer kräftigen Verteuerung des Yen gegenüber dem Dollar auf den Devisenmärkten interveniert. Japans Finanzminister Masajuro Shiokawa erklärte am Montag in Tokio, eine starke Aufwertung des Yen gefährde die Erholung der japanischen Wirtschaft. "In diesem Zusammenhang haben wir heute angemessene Maßnahmen auf den Devisenmärkten unternommen." Ein starker Yen würde japanische Exporte verteuern und damit die Wirtschaft international weniger wettbewerbsfähig machen. Dies würde die Lage für die zweitgrößte Wirtschaft der Welt weiter verschlechtern, die derzeit von der vierten Rezession innerhalb eines Jahrzehnts bedroht ist.

Der japanische Yen hatte am Montag zunächst deutlich an Wert gegenüber der US-Währung gewonnen. Nach der Bekanntgabe der Intervention wurden in Tokio 118,02 Yen für einen Dollar gezahlt. Zuvor waren es noch 117 Yen gewesen. Am Freitagabend hatte der Kurs in Tokio noch über 118 Yen gestanden.

Bankexperten sprachen von einem relativ begrenzten Eingriff. Die Bank von Japan habe über zwei Geschäftsbanken Dollar ge- und Yen verkauft, um den Kurs der japanischen Währung zu schwächen. Finanzminister Shiokawa kündigte an, die Zentralbank werde die Wechselkurse des Yen weiter beobachten und gegebenenfalls erneut intervenieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%