Vor allem Unternehmensnachrichten im Visier
Wall Street: Schwacher Handelsauftakt

An den US-Börsen bereitet man sich auf einen vorsichtigen Handelsstart vor. Nachdem die großen Indizes in den vergangenen Tagen kräftig zulegen konnten, notieren die Futures auf Dow und Nasdaq eine halbe Stunde vor Handelsstart mit wenigen Zählern im Minus.

Nach zahlreichen guten Nachrichten aus dem konjunkturellen Umfeld und einiger positiver Kommentare von Analystenseite kletterte die Wall Street in der ersten Märzwoche. Der Dow Jones Index der 30 Standardwerte legte dabei um 2 %, die technologie-orientierte Nasdaq legte um 7 % zu.

Nicht nur in bezug auf den Handel erwartet man einen ruhigen Wochenauftakt. Sechs Monate nach den Terroranschlägen auf World Trade Center und Pentagon wird von 8.45 Uhr bis 9.03 Uhr schweigend der Opfer der Anschläge gedacht.

Den Handel dürften am Montag Unternehmensnachrichten dominieren. Von konjunktureller Seite stehen keine nennenswerten Bekanntgaben bevor. Zu den großen Verlierern gehört schon früh die Aktie des Telekommunikationsriesen Qwest . Die US-Börsenaufsicht SEC, so heißt es am Morgen, habe Ermittlungen aufgenommen und Bilanzunterlagen angefordert. Von Seiten Qwest heißt es zwar, die Ermittlungen seien unbegründet, doch nach den jüngsten Bilanzdebakeln in den USA sind Investoren vorsichtig geworden. Qwest verliert vorbörslich 6,8 %.

Abwärts geht es auch für die Aktie von Compaq, die fast 6 % verliert. Die Analysten von Merrill Lynch haben eine Umfrage unter US- und europäischen Fachleuten durchgeführt und "mehr Stimmen gegen eine Fusion von Hewlett-Packard und Compaq gehört als für eine Fusion." Auch Walter Hewlett, Sohn des Gründers des Drucker-Giganten und Sprecher der Anti-Merger-Offensive, meldete sich am Morgen erneut zu Wort: "Ein Merger mit Compaq würde den Unternehmenswert von HP belasten und die Aktien in ein dauerhaftes Tief stürzen", sagte er. Papiere von Hewlett-Packard notieren stark behauptet.

Andere Unternehmen, die den Tech-Handel am Montagmorgen dominieren dürften, kommen aus dem Chipbereich. Aktien von Intel und Advanced Micro Devices geben ebenso ab wie das Papier von Micron . Die Analysten von Goldman Sachs haben sich erneut mit der Branche der DRAM-Chip-Hersteller beschäftigt und sind branchenweit vorsichtig geworden. "Den Fundamentaldaten zufolge haben wir ein mittelfristiges Hoch erreicht", schreiben sie am Morgen. Man empfiehlt, "in Sektoren zu investieren, die ein stärkeres Gewinnpotential aufweisen."

Abstufungen gibt es am Morgen auch für die Papiere von EMC und Emulex; die Bank of America glaubt, die Speicherchip-Firmen würden ein schwächeres Quartal erleben als bislang angenommen.

Obwohl der Netzwerk-Riese Cisco Systems am frühen mit leichten Verlusten handelt, ist am Montag mit Gewinnen für Aktie und Sektor zu rechnen. Merrill Lynch äußert sich bullish; der Analyst Samuel Wilson schreibt: "Vieles deutet auf eine deutliche Verbesserung des Netzwerksumfelds im zweiten Halbjahr 2002 hin, und Cisco dürfte davon voll profitieren."

Nachrichten kommen am Morgen auch aus dem Einzelhandelssektor. Williams-Sonoma hat Quartalsergebnisse in Höhe der Erwartungen vorgelegt. Für die abgelaufenen drei Monate weist man einen Gewinn von 1,20 Dollar pro Aktie aus, 50 % mehr als im Vergleichsquartal des Vorjahres. Die Aktie legt vorbörslich 1 % zu.

Federated Department Stores , die Holding hinter den Kaufhäusern Macy?s und Bloomingdale?s, ist unterdessen an die Konkurrenzkette May herangetreten und verhandelt über eine Akquisition. Derweil suchen, so Gerüchte an der Wall Street, auch die Ketten Dillard?s und der Target-Ableger Marshall Field's nach Käufern.

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