Vor allem während eines Streiks 1994
Ford wirft Firestone-Werk Produktion schadhafter Reifen vor

ap NASHVILLE. Nach einer der größten Reifen-Rückrufaktionen in der Geschichte der USA hat der Autohersteller Ford Vorwürfe gegen den Reifenproduzenten Firestone erhoben. Eine Analyse beanstandeter Firestone-Reifen habe ergeben, dass viele schadhafte Produkte aus dem Werk Decatur im US-Staat Illinois stammten, sagte der stellvertretende Ford-Pressechef Jason Vines am Sonntag. Besonders viele Reifen von Unfallfahrzeugen seien dort 1994 während eines zehnmonatigen Streiks hergestellt worden.

Insgesamt wurden rund 6,5 Mill. Firestone-Reifen zurückgerufen, die vor allem für Kleinlaster und Sportwagen der Marke Ford verwendet wurden. Die Behörden untersuchen den Zusammenhang zwischen schadhaften Reifen und hunderten Unfällen, bei denen mindestens 46 Menschen ums Leben kamen. Vines betonte, dass die Reifen aus anderen Firestone-Werken den Anforderungen entsprachen. Während des Streiks hatte das Unternehmen Ersatzkräfte eingestellt.

Eine Sprecherin von Bridgestone/Firestone widersprach den Angaben von Ford. Ein Zusammenhang mit dem Streik sei "ziemlich weit hergeholt", sagte Christine Karbowiak. Die Tageszeitung "Washington Post" berichtete am Sonntag, sechs damalige Arbeiter in Decatur hätten von zweifelhaften Qualitätskontrollen in dem Werk Mitte der 90er Jahre gesprochen. Zwei von ihnen gaben an, es habe kaum eine Endinspektion der Reifen gegeben, um die Produktionsquoten zu erfüllen.

Firestone hatte nach einer früheren großen Rückrufaktion und einer hohen Geldstrafe im Jahr 1978 vor dem Konkurs gestanden und war dann von dem japanischen Reifenhersteller Bridgestone übernommen worden.



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