Vor allem zyklische Werte gefragt
Konjunkturhoffnungen schieben US-Börsen an

Die Hoffnung auf eine baldige Konjunkturerholung in den USA hat den Blue Chips an den New Yorker Aktienmärkten am Mittwoch zu deutlichen Kursgewinnen verholfen. Sorgen der Anleger vor einer erneut schwachen Bilanzsaison hätten jedoch die Gewinne im Technologiesektor begrenzt, sagten Händler.

Reuters NEW YORK. Der Blue-Chip-Index Dow-Jones legte zum Schluss 0,71 % auf 10 426,91 Punkte zu, die US-Technologiebörse Nasdaq lag mit einem Plus von 0,14 % auf 1826,75 Zählern wenig verändert. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 0,53 % auf 1144,58 Punkte.

"Ich glaube, der Dämpfer für jeden Optimismus sind jetzt die Bilanzen", sagte Brian Pears, Leiter Aktienhandel bei Victory Capital Management. "Ich merke nichts von dem Pessimismus, den wir in den vergangenen eineinhalb Jahren hatten. Die Leute sind optimistisch, aber doch noch ziemlich verwirrt. Können die Firmen diese Konjunkturerholung in höhere Gewinne verwandeln?"

Der Anstieg des Absatzes neuer Eigenheime in den USA sei ein weiterer Hinweis auf eine bevorstehende Konjunkturerholung gewesen, sagten Händler. Gleichzeitig habe die schwächer als erwartete Zunahme im Februar die Anleger beruhigt, die eine rasche Änderung der Zinspolitik der US-Notenbank befürchteten. Der Eigenheimabsatz stieg nach Angaben des US-Handelsministeriums auf 875 000 von 831 000 im Vormonat. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt für den neuen Berichtsmonat aber mit 887 000 verkauften Häusern gerechnet.

Von der Hoffnung auf eine Konjunkturerholung profitierten vor allem zyklische Werte wie Finanz- und Industrietitel. Der Aktienkurs des Finanzkonzerns J.P. Morgan legte um rund ein Prozent auf 35,50 Dollar zu, der von American Express stieg rund 1,45 % auf 41,19 Dollar. Eine Stütze für den Dow-Jones-Index waren nach Händlerangaben auch Kursgewinne der Titel von Boeing, die rund 3,4 % auf 47,33 Dollar zulegten und der Aktien von Caterpillar, die 2,2 % auf 57,49 Dollar kletterten.

Beruhigend auf den Markt hätten auch die Äußerungen des Chefs der Federal Reserve Bank von Philadelphia, Anthony Santomero, gewirkt, sagten Börsianer. Santomero hatte gesagt, dass es trotz der beginnenden Konjunkturerholung noch keinen Bedarf für eine Änderung der Fed-Geldpolitik gebe. Allerdings waren die Investoren nach Angaben von Händlern vor Beginn der Bilanzsaison zum ersten Quartal ab Anfang April eher zurückhaltend und wagten keine größeren Käufe. "Die Anleger sind besorgt über die Geschäftsentwicklung der Unternehmen im ersten Quartal und die Ausblicke, die sie geben werden", sagte Richard Nash von Victory Capital Management.

Kursgewinne einiger Aktien, wie die des Datenspeicher-Konzerns EMC, die 4,11 % auf 11,14 Dollar zulegten, hätten den Nasdaq-Index zeitweise gestützt, sagten Börsianer. Die US-Investmentbank Merrill Lynch hatte zuvor die Bewertung des Sektors wieder aufgenommen. Für die Branche, die fundamental in starker Verfassung sei, werde mit steigender Nachfrage gerechnet, hieß es.

An der New York Stock Exchange wechselten insgesamt rund 1,17 Mrd. Aktien den Besitzer, dabei gab es 2113 Gewinner und 1034 Verlierer. 184 Papiere schlossen unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,60 Mrd. Aktien 1919 im Plus, 1546 im Minus und 303 unverändert.

An den US-Kreditmärkten notierten die richtungweisenden zehnjährigen Staatsanleihen mit einem Plus von 1/32 wenig verändert auf 96-15/32 Punkten. Ihre Rendite stellte sich auf 5,34 %. Die 30-jährigen Bonds lagen mit 5/32 Punkten im Minus bei 94-18/32 Zählern, wobei sich eine Rendite von 5,76 % ergab.

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