Vor dem Börsengang
Aktie Gelb am grauen Markt ohne echte Euphorie

Die Post-Aktie wird auf dem grauen Markt im oberen Bereich der Preisfindungsspanne gehandelt.

dpa-afx FRANKFURT. Der Graue Markt liebt es derzeit farbenfroh: Am Freitag, dem letzten Tag der Frühzeichnerphase, wurde die "Aktie Gelb" der Deutschen Post AG zwischen 20,7 und 22 Euro und damit in der oberen Hälfte der Preisfindungsspanne gehandelt. Berichte, wonach die Papiere des ehemaligen Staatsmonopolisten bereits mehr als 2,5fach überzeichnet seien, bezeichneten Insider auf dem Frankfurter Börsenparkett unterdessen als "sehr realitätsnah". Die offizielle Bookbuildingspanne liegt zwischen 18 und 23 Euro.

Analysten und Händlern hatten im Vorfeld des Börsengangs einen Ausgabepreis zwischen 19 und 21 Euro gefordert. Norbert Empting vom Düsseldorfer Börsenmakler Schnigge AG warnt jedoch, dass Graue-Markt-Preise nur ein äußerst bedingter Indikator zu Ermittlung der Nachfrage seien, da die allermeisten Anleger neue Papiere ausschließlich über die Banken ordern würden. "Viele Kunden handeln nicht direkt mit uns."

Die Stimmung bei den Investoren sei aber im Gegensatz zum Börsengang der Telekom im November 1996 "nicht sonderlich euphorisch". Aufgefallen sei ihm allerdings, dass viele Verkaufsoptionen aus dem Ausland angeboten worden seien. Das spreche für reges Interesse bei institutionellen Anlegern, die schnelle Emissionsgewinne machen wollten. Aber auch hier gilt die alte Börsianerweisheit, dass auf dem Parkett eigentlich nichts so richtig sicher ist: Während manche Analysten das Papier als langfristige Anlage sehen, wollen andere schlicht kurzfristig Cash direkt nach der Emission sehen.

Europäische Kleinanleger, die bis Freitag um Mitternacht geordert haben, erhalten einen Rabatt von 0,50 Euro und Treueaktien im Verhältnis 1 zu 15, wenn sie die Aktien mindestens zwei Jahre nicht wieder verkaufen. Die Zeichnungsfrist läuft noch bis zum 16. November. Institutionelle Investoren können einen Tag länger nachlegen. Zum ersten Mal auf dem Kurszettel steht die seit Wochen mit viel Werbepomp gepuschte "Aktie Gelb" dann am 20. November.

Der "gelben Riesen" selbst bleibt wenige Tage vor dem Begrüßungssekt in der Frankfurter Wertpapierbörse gelassen: Post-Pressesprecher Martin Dopychai hält sich mit Informationen zum bisherigen Zeichnungsvolumen vornehm zurück: "Genau wissen wir das erst am Sonntag."

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