Vor dem Feiertag
Sorgen um Konjunktur belasten die Wall Street

Sorgen um den kurzfristigen Ausblick für die US-Konjunktur und Gewinnmitnahmen haben nach Händlerangaben die Kurse an den New Yorker Aktienmärkten am Mittwoch gedrückt. Vor dem US-Feiertag (Thanksgiving) am Donnerstag wollten die Anleger ihre Positionen glattstellen, hieß es auf dem Parkett.

Reuters NEW YORK. Während Biotechnologiewerte nach einem positiven Ausblick von Amgen zulegen konnten, belasteten die Kursverluste bei Microsoft nach Händlerangaben Technologie- und Standardwerte. "Die Anträge auf Arbeitslosenhilfe waren niedriger und das ist ein gutes Zeichen, aber die Unternehmensgewinne haben den Boden noch lange nicht erreicht", sagte Jeffrey Kleintop, Chefinvestment-Stratege bei PNC Advisors.

Der Standardwerte-Index Dow Jones schloss 0,67 % niedriger auf 9834,68 Punkten. Der technologielastige Nasdaq Composite fiel 0,29 % auf 1875,05 Zähler. Der breiter gefasste S&P-Index gab 0,49 % auf 1137,03 Punkte nach.

Gegen den schwächeren Markttrend konnten die Aktien von Amgen kräftig um rund sieben Prozent auf 61,98 $ zulegen. Das weltweit größte Biotechnologieunternehmen hatte am Dienstag nach US-Börsenschluss seine Prognose für den prozentualen Anstieg des Ergebnisses im Jahr 2002 fast verdoppelt. Biogen -Aktien gewannen 1,56 % auf 56,74 $, die Titel des Pharmakonzerns Merck stiegen um 2,25 % auf 65,58 $.

Die Aktien des Softwarekonzerns Microsoft gaben dagegen rund zwei Prozent auf 64,03 $ nach. Das Unternehmen hatte am Vortag mitgeteilt, es habe in einem Kartellverfahren mit privaten Klägern eine Einigung erzielt und werde Software und Computer für rund eine Milliarde $ an öffentliche Schulen liefern. Microsoft rechne als Folge der Einigung mit außerordentlichen Belastungen in Höhe von 375 Mill. $ im laufenden Quartal. Die Investmentbank Schroder Salomon Smith Barney hatte das Papier zuvor herabgestuft.

Die Titel des Energiebrokers Enron waren der umsatzstärkste Wert an der New York Stock Exchange und brachen rund 28,3 % auf 5,01 $ ein, nachdem die Investment-Bank Goldman Sachs die Aktien des Konzerns und seines Fusionspartners Dynegy von ihrer Empfehlungsliste genommen hatte. Dynegy-Aktien schlossen 4,65 % im Minus auf 39,76 $.

Die jüngsten Konjunkturdaten seien vom Markt positiv aufgenommen worden, sagten Händler. Das US-Arbeitsministerium hatte mitgeteilt, die Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe seien in der Woche zum 17. November 2001 auf 427 000 von 442 000 in der Vorwoche gefallen. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Anstieg auf 461 000 Erstanträge gerechnet. Das Vertrauen der US-Verbraucher in die Wirtschaftsentwicklung des Landes stieg nach der jüngsten Studie der Universität Michigan im November im Vergleich zum Oktober auf 83,9 (82,7) Prozent. Von Reuters befragte Volkswirte hatten für den Berichtsmonat einen Stand des Gesamtindexes von 83,5 Punkten erwartet.

Der Umsatz habe im Geschäftsverlauf deutlich nachgelassen, weil sich viele Marktteilnehmer in ein verlängertes Wochenende verabschiedet hätten, sagten Händler. Die US-Aktienmärkte bleiben am Donnerstag geschlossen, am Freitag endet der Handel früher als sonst bereits um 19.00 MEZ.

An der New York Stock Exchange wechselten insgesamt rund 1,02 Mrd. Aktien den Besitzer, dabei überwogen 1814 Verlierer 1259 Gewinner und 242 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen nach Umsätzen von 1,56 Mrd. Aktien 1772 im Minus, 1719 im Plus und 363 unverändert.

Am US-Rentenmarkt notierten die 30-jährigen Bonds im späten Geschäft 17/32 tiefer auf 100-8/32 und erbrachten eine Rendite von rund 5,36 %.

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