Vor dem G20-Gipfel
Obamas Berater traut IWF Problemlösung nicht zu

Während die Europäer den Internationalen Währengsfonds wiederbeleben wollen, bleiben die Amerikaner skeptisch. Der IWF habe in der Vergangenheit massiv an Glaubwürdigkeit verloren, findet etwa ein Berater Obamas - und dämpft damit die Erwartungen an den neuen Präsidenten.

WASHINGTON. Persönlich wird der frisch gewählte amerikanische Präsident Barack Obama zwar nicht am G20-Gipfel teilnehmen. Doch dürfte auf der Konferenz in Washington viel darüber spekuliert werden, welche Ansichten der neue Präsident in Finanzfragen vertritt. Denn hierauf wird es maßgeblich ankommen, wenn in den nächsten Monaten tatsächlich eine neue, globale Finanzarchitektur errichtet werden sollte.

Vertreten wird Obama auf dem Weltfinanzgipfel von der ehemaligen Außenministerin Madeleine Albright und dem republikanischen Ex-Abgeordneten Jim Leach. Das teilten Obama und sein Vize Joe Biden am Mittwoch mit. Albright arbeitete während der Präsidentschaft von Bill Clinton als Außenministerin und US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen. Leach war lange Zeit Abgeordneter des Bundesstaates Iowa.

Allerdings: Obama und sein Team machen es den Beobachtern nicht leicht und halten sich bei dem Thema bislang auffällig zurück - oder man hängt die Erwartungen tief. Dies hat zwei Gründe: Zum einen will Obama seinen Namen nicht zu eng und nicht zu früh mit der Wirtschaftsmisere in Verbindung bringen, die er seinem Vorgänger George W. Bush zugerechnet sehen möchte. Zum anderen will Obama aber auch den Eindruck einer Doppelherrschaft vermeiden.

Entsprechend rechnet James K. Galbraith, einer der wirtschaftspolitischen Berater Obamas, zumindest auf diesem Gipfel nicht mit tragfähigen Resultaten - schon deswegen, weil jene, die künftig in den USA die Entscheidungen träfen, nicht mit am Tisch sitzen. "Das Treffen kann nützlich sein, um Positionen kennenzulernen", sagte der Ökonomieprofessor an der Universität von Texas in Austin in einem Gespräch mit dem Handelsblatt, setzte aber hinzu: "Es würde mich doch sehr wundern, wenn dort ein realistisches Programm für institutionelle Veränderungen geschaffen werden sollte."

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