Vor dem Halbfinale gegen Argentinien
US-Basketballer sinnen auf Rache

Die US-Basketballer peilen in Peking Gold an. Im Halbfinale treffen die NBA-Stars auf Titelverteidiger Argentinien. Die "Gauchos" schlugen 2004 die USA auf dem Weg zum Titel. "Da sind noch einige Rechnungen offen", sagt Kobe Bryant.

Kobe Bryant ist der bestbezahlte und populärste Athlet der Olympischen Spiele in Peking. Ihm kann nicht einmal die lebende Schwimm-Legende Michael Phelps das Wasser reichen. Doch der 29 Jahre alte Basketball-Superstar von den Los Angeles Lakers will mehr als nur der Liebling der Massen sein. "Ich will Gold. Dafür bin ich hergekommen. Wir wollen wieder die Besten sein, und dafür müssen wir den Titelverteidiger schlagen", sagte Bryant vor dem Basketball-Halbfinale am Freitag (22.15 Ortszeit/16.15 Uhr Mesz) gegen Argentinien.

An die "Gauchos" haben die US-Boys aus der NBA schlechte Erinnerungen. Eine 81:89-Niederlage im Halbfinale der Spiele 2004 in Athen beendete den Traum vom Gold und von einer Wiedergutmachung für die Blamage bei der WM 2002 in Indianapolis. Dort beendeten die Argentinier mit einem 87:80 in der Zwischenrunde eine US-Serie von 57 Spielen ohne Niederlage. Am Ende landeten die USA auf einem peinlichen sechsten Platz - allerdings ohne Kobe Bryant.

Bryant: "Da sind noch einige Rechnungen offen"

"Da sind noch einige Rechnungen offen", meinte der Multimillionär, der allein 136 Mill. Dollar für seinen Sieben-Jahres-Vertrag mit den Lakers kassiert. Sein Jahreseinkommen bezifferte das Magazin Forbes unlängst auf 39 Mill. Dollar. Da bekommt die Aussage des NBA-"MVP's" bei Olympia eine völlig neue Bedeutung: "Das Gold liegt auf der Straße, wir müssen es nur noch aufheben."

Der Sprung aufs oberste Treppchen bei der Siegerehrung am Sonntag nach einem Endspielsieg über Weltmeister Spanien oder Litauen, die sich im zweiten Halbfinale am heutigen Freitag (20.00 Uhr Ortszeit/14.00 Uhr Mesz) gegenüberstehen, würde Bryants Karriere krönen und weitere Mill. bescheren. Schon jetzt werden in China mehr Lakers-Trikots mit Bryants Nummer "24" als die des Volkshelden Yao Ming, Center der Houston Rockets, verkauft.

Wo auch immer Kobe Bryant in China auftaucht, herrscht Chaos, werfen sich - wie bei der Ankunft am Flughafen beobachtet - sogar ranghohe Funktionäre in den Pulk der kreischenden Fans, um ein Autogramm zu erhaschen. "Ich bin jetzt schon das fünfte Mal in China. Die NBA ist seit 1999 recht populär hier, aber das habe ich bisher noch nicht erlebt", sagte Bryant.

"Kobe, Kobe", schallt es durch das Olympic Basketball Gymnasium, wenn der Ausnahme-Korbjäger mal für einige Minuten auf der Bank sitzt. Seine Antwort, ein schüchternes und gleichermaßen königlich anmutendes Winken, löst stets ohrenbetäubenden Jubel aus. Auf dem Parkett bedankt sich Bryant für die Zuneigung mit einer perfekten Show und 25 Punkten wie im Viertelfinale gegen Australien (116:85).

Das Team um Kobe Bryant ist laut Experten das beste seit jenem legendären Dream Team mit Michael Jordan, Earvin "Magic" Johnson und Larry Bird, das bei der olympischen NBA-Premiere 1992 in Barcelona für Furore sorgte. In Peking wurden die Gegner bislang im Schnitt mit 32 Punkten Differenz besiegt. Die höchste Niederlage kassierte das deutsche Nationalteam (57:106), die niedrigste die ebenfalls nach der Vorrunde ausgeschiedenen Angolaner (76:97). Für Argentinien spricht derzeit allenfalls die Vergangenheit.

© SID

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