Vor dem Staffelrennen - Wilhelm: „Wird hartes Ding“
Skijägerinnen wollen Abschluss vergolden

Je zweimal Gold und Silber haben sie schon - jetzt wollen die deutschen Biathletinnen im Staffelrennen den goldenen Schlusspunkt setzen und danach ihre große Olympia-Party feiern.

HB/sid SOLDIER HOLLOW. Trotz der Silbermedaille von Sprint-Olympiasiegerin Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) im Jagdrennen bleibt das von Bundestrainer Uwe Müssiggang verhängte "Feier-Verbot" bestehen. "Auslaufen und regenerieren", heißt stattdessen die Devise.

"Natürlich kämpfen wir um Gold. Wir haben drei Saisonrennen gewonnen. Da können wir uns nicht hinstellen und von irgendeiner Medaille reden. Das wäre unglaubhaft", sagt Müssiggang vor der letzten Damen-Entscheidung am Montag (19.30 Uhr MEZ). Nachdem Kati Wilhelm bei der Olympia-Premiere des Jagdrennens hinter Olga Pylewa (Russland) auf Platz zwei stürmte, sind die Hoffnungen auf Gold noch größer geworden. Zumal die Kolleginnen Katrin Apel (Oberhof/7. Rang), Uschi Disl (Moosham/9.) und 15-km-Olympiasiegerin Andrea Henkel (Oberhof/13.), komplett unter den Besten landeten. Dennoch warnt Wilhelm: "Das Rennen wird ein ganz hartes Ding, die Russinnen, Norwegerinnen und Bulgarinnen werden uns das Leben schwer machen."

Disl ergänzt: "Wir haben zwar unser Soll schon mehr als erfüllt, aber in der Staffel wollen wir es nochmal wissen. Hoffentlich bleiben alle gesund. Die Höhenlage hier zehrt doch mächtig an den Kräften." Für die 31-Jährige, neben Apel von der Olympiasieger-Staffel aus Nagano übrig geblieben, wäre Staffel-Gold versöhnlicher Abschluss einer olympischen Wettkampfserie der vergebenen Chancen.

In ihrer Lieblingsdisziplin, dem 15-km-Lauf, vergab die sechsmalige Team- und Staffel-Weltmeisterin ebenso mit dem letzten Schuss den möglichen ersten großen Einzeltitel ihrer Karriere wie beim Sprint. Und beim Jagdrennen eröffnete sich nach vier Liegend-Schießfehlern aufgrund einer erneut überragenden Laufleistung und großer Patzer der Konkurrenz beim letzten Schießen sogar nochmals die Gold-Chance. Uschi legte an, zitterte und schoss dreimal daneben. Insgesamt sieben Fehlschüsse waren die schlechteste Bilanz des gesamten Starterfeldes, Platz neun dafür fast schon sensationell gut.

Der Schuss-Schwäche seiner Stamm-Startläuferin will Müssiggang mit einem beim Weltcup-Staffelsieg in Ruhpolding erstmals erprobten taktischen Kniff begegnen. Statt Disl wird Apel als Startläuferin antreten. "Damit kann Uschi auf Position zwei ihre läuferischen Fähigkeiten ausspielen, auf der Startstrecke gibt es mehr Positionskämpfe", meint Müssiggang.

Die nach Apel und Disl folgenden Olympiasiegerinnen Henkel und Wilhelm sollen den Triumph perfekt machen. Nach einem schwächeren Sprint-Wettbewerb erhielt Henkel wegen ihrer guten Leistung im Jagdrennen den Vorzug gegenüber Martina Glagow (Mittenwald). Die bei den Biathleten gefürchtete Schlussläufer-Position bereitet Kati Wilhelm kein Kopfzerbrechen: "Ich freue mich auf die Staffel, ich freue mich auf meinen Einsatz als Schlussläuferin, ich freue mich einfach über alles. Ich habe schon Gold und Silber. Das ist hier wie ein Traum."

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