Vor dem Treffen mit Schröder
Powell will Zustimmung zu UN-Irak-Resolution

US-Außenminister Colin Powell geht von einer baldigen Verbesserung des deutsch-amerikanischen Verhältnisses aus. "Ich hoffe, dass wir damit beginnen können, die Unterschiede, die sich in unser Beziehung in den letzten Monaten ergeben haben, zu überbrücken", sagte Powell am Freitag im ZDF -"Morgenmagazin".

HB/dpa BERLIN. Eine "Möglichkeit des Beginns" sei eine Zustimmung der Berliner Regierung zum überarbeiteten US-Entwurf einer Irak-Resolution im Weltsicherheitsrat, sagte Powell. Die USA fordern die Aufhebung aller UN-Sanktionen und freie Hand beim Wiederaufbau des Irak. Den Vereinten Nationen soll weiterhin keine zentrale Aufgabe zugebilligt werden.

Bundeskanzler Gerhard Schröder war am Morgen von seiner knapp einwöchigen Asien-Reise zurückgekehrt. Um 10 Uhr will er im Kanzleramt mit Powell sprechen. Deshalb war sein Aufenthalt in Asien um einige Stunden verkürzt worden.

Schröder will mit Powell vor allem über die Fortsetzung des Kampfs gegen den Terrorismus sprechen. Die ablehnende Haltung Deutschlands zum Irak-Krieg werde keine Rolle spielen, sagte der Kanzler in der ARD. Er signalisierte, dass Deutschland die Aufhebung der UN - Sanktionen gegen Irak zwar befürworte. Dies dürfe aber nicht mit grundsätzlichen deutschen Positionen kollidieren.

Nach Ansicht von Grünen-Chefin Angelika Beer setzt der Besuch Powells "klare Signale" für das deutsch-amerikanische Verhältnis. "Es ist davon auszugehen, dass in Kürze auch ein Treffen zwischen Bundeskanzler Gerhard Schröder und dem US-Präsidenten stattfindet", sagte Beer am Freitag im Deutschlandfunk.

Powell dämpfte zu hohe Erwartungen. Beim nächsten G8-Treffen im französischen Evian sei nicht viel Zeit für bilaterale Gespräche. Beide Politiker würden sich aber "in der Gruppe treffen".

Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Claudia Roth (Grüne), forderte auch ein Gespräch über die Einhaltung humanitärer Rechte: "Im gemeinsamen Kampf gegen den internationalen Terrorismus darf es keinen Menschenrechts-Rabatt geben", sagte sie der "Berliner Zeitung" (Freitag). Zudem forderte sie die USA auf, ihre Zusage zu geben, dass deutsche und europäische Hilfsorganisationen freien Zugang zum Irak bekommen.

Powell trifft nach dem Gespräch mit Schröder seinen Kollegen, Außenminister Joschka Fischer (Grüne), zu einem Mittagessen. Er kommt außerdem mit CDU-Chefin Angela Merkel zusammen. Am Nachmittag fliegt Powell zurück in die USA.

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