Vor der Entscheidung
Die sieben Bewerber um die EM 2008 im Kurzporträt

Österreich und die Schweiz gelten als klare Favoriten vor Schottland und Irland. Ungarn gilt dagegen genauso als chancenlos wie Russland.

Österreich/Schweiz: Gilt als Favorit, da die ausgewogenste und modernste Bewerbung. Kurze Wege zwischen den Spielorten Wien, Salzburg, Klagenfurth und Innsbruck sowie Zürich, Genf, Basel und Bern. Neue oder rekonstruierte Arenen schon fertig oder im Bau, große Unterstützung bei Politik und Bevölkerung. Hoher Standard bei Unterkünften und Sicherheit, finanzielle Stabilität. Österreich kandidiert bereits zum dritten Mal, scheiterte zuletzt an der Seite Ungarns für 2004.

Skandinavien: Mit Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland bewirbt sich erstmals ein Quartett, das zudem von Island und den Färöer Inseln unterstützt wird. Kandidatur auf hohem Niveau mit Stadien in Kopenhagen (2), Helsinki, Tampere, Oslo, Trondheim, Stockholm und Göteborg. Großer Einfluss in der UEFA. Weite Wege und Probleme mit der sportlichen Qualifikation, denn maximal zwei Ausrichterländer dürfen als gesetzte Mannschaften dabei sein.

Schottland/Irland: Die Schotten gehen mit drei Stadien in Glasgow, dazu mit Arenen in Aberdeen, Edinburgh und Dundee ins Rennen. Irland will drei Stadien in Dublin anbieten, hat aber noch keine taugliche Arena. Das Duo bietet mit 1,6 Millionen die größte Zuschauerkapazität und garantiert damit höhere Einnahmen. Allerdings nur wenig Unterstützung in der Bevölkerung. 68 Prozent der Schotten sprachen sich gegen die EM-Ausrichtung aus.

Russland: Noch nie fand eine EM-Endrunde in Osteuropa statt. Spielorte sollen Moskau (2 Stadien), St. Petersburg, Kasan, Samara, Saratow, Wolgograd, Rostow am Don und Krasnodar sein. Präsident Wladimir Putin setzt sich persönlich für die Bewerbung ein, der politische Faktor ist hoch. Negativ: Riesige Entfernungen, noch unzureichende Infrastruktur, wirtschaftliche Probleme und Sicherheitsbedenken (Tschetschenien).

Griechenland/Türkei: Eine Bewerbung mit politischer Symbolik, die nach dem Vorbild der WM in Südkorea und Japan einst zerstrittene Länder weiter zusammen führen soll. Stadien in Istanbul, Ankara, Antalya, Izmir. Die griechischen Arenen in Athen, Saloniki, Heraklion und Patras werden schon für Olympia 2004 hergerichtet. Allerdings bestehen Sicherheitsbedenken wegen der großen Fan-Rivalität. Außerdem hat Griechenland mit der Ausrichtung der Olympischen Spiele schon enorme Probleme.

Ungarn: Nach gescheiterter Bewerbung zusammen mit Österreich geht Ungarn nun allein ins Rennen. Stadien geplant in Budapest (2), Debrecen, Györ, Kaposvar, Miskolc, Szeged und Szekesfehervar. Allerdings ist erst eine Arena in Betrieb, zudem sind die Stadien mit einer maximalen Kapazität von 50 000 Plätzen zu klein. Außerdem bestehen wirtschaftliche Bedenken. Daher gilt Ungarn als chancenlos.

Kroatien/Bosnien-Herzegowina: Eine Bewerbung, die wohl auf die Zukunft (2012, 2016) zielt. Eine EM könnte den Aufbau nach dem Bürgerkrieg beschleunigen. Geplante Spielorte sind Zagreb, Sarajevo, Split, Banja Luka, Rijeka, Osijek, Zenica und Mostar. Auf Grund fehlender Infrastruktur und Stadien kommt 2008 noch zu früh.

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