Vor der Euro-Einführung
Eichel: Schwarzgeld taucht vermehrt auf

Die bevorstehende Einführung des Euro-Bargelds hat nach Worten von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) vermehrt Schwarzgeld zu Tage gefördert. Die Verdachtsanzeigen der Banken im Zusammenhang mit dem Geldwäschegesetz hätten sich vervielfacht, sagte Eichel in einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau" (Freitagausgabe).

Reuters FRANKFURT. "Das liegt natürlich daran, dass viele Bürger offenbar erhebliche Beträge schwarz gehortet hatten und diese nun auf Konten einzahlen wollen." Auch Selbstanzeigen bei den Finanzbehörden, durch die Steuerhinterzieher straffrei ausgehen können, nähmen zu. Das schlechte Gewissen der Bürger werde dem Staat zu höheren Steuereinnahmen verhelfen, eine Zahl dazu könne er aber nicht nennen.

Viel Schwarzgeld sei offenbar im Ausland geparkt gewesen. "Die Beamnten der Zollfahndung arbeiten unter Hochdruck", sagte Eichel. Geldfälschern stehen nach Ansicht des Finanzministers mit der Euro-Ausgabe schlechte Zeiten bevor. Wer jetzt noch D-Mark-Falschgeld los werden wolle, stoße auf schärfere Kontrollen und höhere Aufmerksamkeit der Bürger. Der Euro sei zudem wegen seiner Sicherheitsmerkmale fälschungssicherer als die Mark.

Nach Schätzungen der Deutschen Bundesbank sind bis Ende September in Deutschland mit 21 000 rund 50 % mehr D-Mark-Blüten entdeckt worden als im vergangenen Jahr. Insgesamt erwartet die Bundesbank 30 000 Falsifikate in diesem Jahr. Dies sei zwar höher als im Vorjahr, aber noch immer deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Bisher gebe es keine Falschgeldschwemme, wie es wegen der Euro-Einführung erwartet worden sei, hatte jüngst Bundesbank-Direktoriumsmitglied Edgar Meister gesagt.

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