Vor der Fußball-Europameisterschaft
Länder-Innenminister legen Konzept gegen Hooligans vor

Das Ansehen Deutschlands im Ausland dürfe nicht von einigen "Schwachköpfen" geschädigt werden, meint NRW-Innenminister Fritz Behrens

Reuters DÜSSELDORF. Mit verstärkten Grenzkontrollen, Meldeauflagen und Ausreiseverboten wollen die Innenminister der Länder Ausschreitungen deutscher Hooligans während der Fußball-Europameisterschaft in Belgien und den Niederlanden verhindern. "Wir müssen präventiv alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Ausschreitungen jeder Art zu unterbinden", sagte der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, der nordrhein-westfälische Innenminister Fritz Behrens (SPD), am Dienstag in Düsseldorf. Das bundesweite Konzept umfasse auch polizeiliche Hausbesuche bei potenziellen Randalierern sowie als letztes Mittel, um die Ausreise von Hooligans zu verhindern, vorbeugende Festnahmen, so genannte Ingewahrsamnahmen. Für den Deutschen-Fußball-Bund (DFB) kündigte Präsident Egidius Braun an, alle polizeilichen Maßnahmen mitzutragen.

Sicherheitsbehörden des Bundes und der Länder seien sich einig, dass die bundesweit abgestimmten Maßnahmen einheitlich und konsequent angewandt werden müssten, sagte Behrens. Das Ansehen Deutschlands im Ausland dürfe nicht von einigen "Schwachköpfen" geschädigt werden, sagte der Minister weiter. Ausschreitungen vor Ort seien aber nicht allein durch die Maßnahmen in Deutschland zu verhindern. Die Erfahrung zeige aber, dass solche Vorkehrungen Hooligans verunsichern und abschrecken könnten, sagte Behrens. Daher sollten 19 deutsche Verbindungsbeamte die Behörden in Belgien und den Niederlanden unterstützen.

Braun sagte, der DFB werde die präventiven Maßnahmen der Behörden durch Fanprojekte vor Ort unterstützen. Erfahrene und szenekundige Mitarbeiter sollten die deutschen Fans während der Europameisterschaft in eigens eingerichteten "Fanbotschaften" und "Fankonsulaten" in den Spielorten der deutschen Nationalmannschaft betreuen. Zudem habe die Europäische Fußballunion (UEFA) eine Reihe vorbeugender Maßnahmen ergriffen. So müsse etwa beim Kauf von Eintrittskarten der Personalausweis vorgelegt werden. Die Stadien seien konsequent gesichert worden.

Braun und Behrens zeigten sich zuversichtlich, dass größere Ausschreitungen verhindert werden könnten. Die Generalprobe beim Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden im Februar in Amsterdam habe gezeigt, dass die Maßnahmen griffen, sagte Behrens. Es sei zu keinen Krawallen gekommen. Nach Angaben Behrens' wird die Zahl der gewaltbereiten Personen im Umfeld des Profifußballs in Deutschland auf etwa 7000 geschätzt. 2700 seien in Nordrhein-Westfalen registriert. Die Fußball-Europameisterschaft beginnt am Samstag.

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