Vor der Übernahme durch Bosch
Buderus sieht Stabilisierung im Deutschlandgeschäft

Der vor der Übernahme stehende Heiztechnikkonzern Buderus sieht erste Anzeichen für eine Belebung der bisher konjunkturschwachen Inlandsgeschäfte.

Reuters WETZLAR. "Das für uns wichtige inländische Heiztechnikgeschäft ist zwar weiterhin von der Kaufzurückhaltung der privaten Haushalte geprägt, doch konnten wir hier unseren Umsatz wieder stabilisieren und unsere Marktanteile leicht steigern", sagte Buderus-Chef Uwe Lüders am Mittwoch auf der Hauptversammlung im hessischen Wetzlar. Für das Gesamtjahr peilt der Konzern allerdings weiterhin nur ein Ergebnis auf Vorjahresniveau an.

Buderus steht vor der Übernahme durch den Autozulieferer Robert Bosch, der bereits mehr als die Hälfte an dem Wetzlarer Unternehmen hält. Buderus-Chef Lüders wollte weiter keine Empfehlung an die Aktionäre zur Annahme der Offerte abgeben, bezeichnete das Bosch-Angebot von 29,15 ? je Aktie allerdings abermals als "angemessen". Die Buderus-Führung hatte sich anfänglich gegen eine Übernahme ausgesprochen. Nunmehr müsse man jedoch der Realität ins Auge schauen und das Beste aus der Situation machen, hieß es aber auf der Hauptversammlung.

Um drei Prozent auf 697 Mill. ? steigerte Buderus den Konzernumsatz in den ersten fünf Monaten dieses Jahres, wie Lüders sagte. Besonders zugelegt hätten die Auslandserlöse, die nur im Heiztechnikgeschäft um 16 % und konzernweit um sieben Prozent gewachsen seien. Buderus hat sich auf die drei Sparten Heiztechnik, Edelstahlprodukte und Gusserzeugnisse spezialisiert, wobei Ersteres den Löwenanteil des Umsatzes ausmacht. Auf der Ergebnisseite belasteten Preissteigerungen bei Strom und Schrott, weshalb die Guss- und Edelstahlerzeugnisse bis Ende Mai weniger Gewinn eingefahren hätten. Deshalb seien bereits Kostensenkungsmaßnahmen eingeleitet worden. In der Heiztechnik sei hingegen die Talsohle durchschritten und es werde ein besseres Ergebnis als im Vorjahr erwartet.

Für das Gesamtjahr 2003 bekräftigte Lüders die Einschätzung, dass der Vorsteuergewinn bei einem dreiprozentigen Umsatzplus die Vorjahreshöhe erreichen dürfte. "Diese Ergebniserwartung beruht auf der Annahme, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland nicht weiter verschlechtert und sich der Preis für Schrott wie in den letzten Wochen erkennbar im Laufe des Jahres wieder normalisiert", fügte er hinzu. Buderus wolle verstärkt auf eine weitere Expansion im Ausland sowie auf innovative Heiztechnikprodukte setzen, hieß es.

Die Aktionäre und ihre Vertreter interessierten sich auf der Hauptversammlung in erster Linie für die Übernahme durch Bosch. "Wie geht es weiter mit Buderus", wollte Klaus Nieding von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) wissen. Es stelle sich vor allem die Frage, ob Bosch den Konzern erhalten oder aber lediglich die Heiztechnik behalten wolle, die das Stuttgarter Unternehmen mit seiner eigenen Wärmesparte verschmelzen will. Lüders Worten zufolge setzt sich die Buderus-Führung für einen Erhalt aller Konzernsparten ein. Eine Garantie hierfür könne er aber nicht abgeben, hieß es. "Das ist für mich ein klares Zeichen, dass die (Bosch) die Heiztechnik übernehmen und alles andere verkaufen", sagte Aktionärsschützer Nieding. "Es geht dann wieder eine risikoarme Aktie von einem gut geführten Unternehmen vom Markt." Er verwies auch darauf, dass der Buderus-Vorstand die Übernahmeofferte zwar als "angemessen" bezeichnet, aber keinesfalls begrüßt habe.

Bosch hatte in einem zweiten Anlauf seinen Buderus-Anteil zunächst auf rund 13 % aufgestockt und später ein 30-prozentiges Paket an dem Heiztechnikkonzern von der Baufirma Bilfinger Berger erworben. Am Freitag läuft die erste Angebotsfrist für die außen stehenden Aktionäre aus. Die Europäische Union will sich nächsten Monat zu der Fusion äußern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%