Vor der Wahl in Israel
Scharon hat weiter Riesenvorsprung vor Barak

Meinungsumfrageergebnissen zu Folge wird der israelische Minsterpräsident Ehud Barak bei den Wahlen am Dienstag eine Niederlage hinnehmen müssen. Der rechtsgerichtete Ariel Scharon von der Lukud-Partei hat derzeit einen Vorsprung von etwa 20 %.

dpa JERUSALEM. Dem israelischen Regierungschef Ehud Barak wird in mehreren am Freitag veröffentlichten Meinungsumfragen eine schwere Niederlage bei den Wahlen zu einem neuen Ministerpräsidenten am kommenden Dienstag vorausgesagt. Nach den in israelischen Zeitungen verbreiteten Umfrage-Ergebnissen hat der politische Rivale Baraks, der rechtsgerichtete Ariel Scharon von der Lukud-Partei, derzeit einen Vorsprung von etwa 20 %. In Kommentatoren hieß es, Scharon profitiere dabei von der anhaltenden israelisch- palästinensischen Gewalt und innerparteilichen Grabenkämpfen in Baraks Arbeitspartei.

Barak hatte seine Berater inzwischen angewiesen, Pläne für ein mögliches Treffen zwischen ihm und Palästinenserpräsident Jassir Arafat zu streichen. Die Entscheidung fiel im Hinblick auf weitere palästinensische Terrorakte gegen Israelis und den gewaltsamen Tod eines israelischen Bürgers in Dschenin am frühen Donnerstag. Eine Zusammenkunft der beiden Politiker in Kairo oder Stockholm noch vor der Wahl zum neuen Ministerpräsidenten war von beiden Seiten zunächst nicht ausgeschlossen worden. Dabei war eine gemeinsame Stellungnahme zum Friedensprozess geplant.

Barak hatte trotz der für ihn negativen Wahlprognosen auf seiner Kandidatur bestanden und sich geweigert, sie an Regionalminister Schimon Peres (Arbeitspartei) abzutreten. Vertrauten von Peres warf Barak vor, sie versuchten seine Positionen zu "untergraben". Umfragen räumten Peres für die Wahl bessere, wenn auch nicht unbedingt Siegeschancen ein. Israel will nach Rundfunkberichten vom Freitag die Bewegungsfreiheit von Palästinensern entlang solcher Straßen einschränken, die häufiger Schauplatz von Anschlägen gegen israelische Verkehrsteilnehmer waren. Dies habe Barak nach Beratungen mit ranghohen Armeeoffizieren und Sicherheitsexperten beschlossen. Der Chef und der Stab des zentralen Kommandos der israelischen Armee werde Bestimmungen ausarbeiten, nach denen Palästinenser auf speziellen Straßen nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen dürfen, hieß es.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%