Vor Eröffnung der US-Märkte
Warren Buffett will möglichen Kurssturz für Aktienkauf nutzen

Die längste Schließung der New Yorker Börse seit dem Börsencrash von 1929 wird heute wieder aufgehoben werden. Während Pessimisten panikartige Verkäufe befürchten, erwarten Optimisten eine patriotische Reaktion der Investoren, die den Markt stärken könnten.

ap/rtr/HB NEW YORK/WASHINGTON. Der US-Milliardär Warren Buffett will nach eigener Aussage am Montag mit Wiedereröffnung der New Yorker Aktienbörse keine eigenen Aktien verkaufen. Der Großinvestor sagte am Sonntag in Washington, falls die Wall Street nachhaltig fallen sollte, werde er dies zu Käufen nutzen. Die Börse war vergangene Woche Dienstag in Reaktion auf die Terroranschläge auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington geschlossen worden. Buffet sagte im CBS-Programm "60 Minuten": "Ich werde überhaupt nichts verkaufen." Das Land befinde sich wirtschaftlich nicht in einer anderen Verfassung als vor einer Woche, von daher wäre es "verrückt", Aktien zu verkaufen.

Buffett sagte: "Falls die Preise deutlich fallen sollten, dann gib es einige Dinge, die ich kaufen könnte." Der frühere Chef des US-Konzerns General Electric, Jack Welsh, sagte in der selben Sendung, er werde wahrscheinlich seine Aktien am Montag behalten.

US-Investoren halten bei Wiedereröffnung der Börse sowohl wilde Verkäufe als auch stärkende Käufe für möglich. So sagte Arthur Hogan, Chef-Marktanalyst bei Jefferies & Co., die Fragen, die sich alle jetzt stellten, seien: "Wie schlimm wird es werden? Wird es einen großen Ausverkauf geben?" Er zweifle aber daran, dass panikartige Verkäufe einsetzten - schon allein, weil dies angesichts der Tragödie unangemessen wäre. Die lange Schließung der Börse über vier Handelstage ermögliche es zudem, dass ruhigere Köpfe die Oberhand gewännen.

Dennoch: "Der Angst-Faktor ist gegenwärtig extrem hoch", sagt Alan Ackerman, Vizepräsident von Fahnestock & Co. Viele Investoren seien in einer Stimmung, in der sie nur raus wollten aus dem Markt - solange sie könnten. Doch auch er schränkt ein: Dieser Stimmung bei verschiedenen Anlegern stünden professionelle Investoren gegenüber, die wüssten, dass Geduld sich auszahlen kann.

Gegen rasante Verkäufe könnte nach Ansicht verschiedener Analysten auch sprechen, dass der Nationalstolz in den USA die Märkte stützen könnte. So sagt James Collins, Chef von Insight Capital Research and Management, offenbar gebe es eine Menge Patrioten in Amerika die entschlossen seien deutlich zu machen, dass Terroristen die Kapitalmärkte nicht zum Erliegen bringen könnten. So kündigten in den USA einzelne Investoren an, aus Patriotismus Aktien kaufen zu wollen. Unter anderem haben die Konzerne Cisco Systems und Pfizer ein Aktienrückkaufsprogramm beschlossen.

Um den wieder beginnenden Handel zu beruhigen, hat die US-Börsenaufsicht SEC die Regeln für den Rückkauf eigener Aktien durch Unternehmen erleichtert. Schon nach dem Börsencrash 1987 hatten viele Firmen Aktien zurückgekauft - für die Investoren häufig ein Signal, dass die Firmen sowohl in das eigene Unternehmen als auch in die Märkte und die Wirtschaft Vertrauen haben.

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