Vor Klage unbedingt Rat von Fachleuten einholen
Kündigung immer genau prüfen

Die Kündigung trifft viele unvorbereitet. Entsprechend fallen die Reaktionen auf den "Blauen Brief" oft unüberlegt aus. Die übereilte Drohung mit einer Klage gegen den Arbeitgeber ist dabei genauso falsch wie die widerspruchslose Hinnahme der Kündigung. In jedem Fall sollte zunächst eine qualifizierte Beratung eingeholt werden. Ansprechpartner sind Betriebsrat, die Gewerkschaft oder - wenn beide Möglichkeiten nicht zur Verfügung stehen - ein Anwalt.

ddp-vwd BERLIN. Geprüft werden muss, ob die Kündigung formal und inhaltlich den rechtlich vorgeschriebenen Kriterien entspricht. Grundsätzlich muss jede Kündigung schriftlich erfolgen. Außerdem müssen die Fristen eingehalten werden. Die Grundkündigungsfrist sind vier Wochen zum 15. des Monats oder zum Monatsende. Sie verlängert sich bei Arbeitnehmern, die länger als zwei Jahre bei dem Arbeitgeber beschäftigt waren. Auf der Einhaltung der Kündigungsfrist sollte in jedem Fall bestanden werden, da das Arbeitsamt erst für Zeiten nach Ablauf der gesetzlichen Frist Arbeitslosengeld zahlt.

Neben der Frist sollten die Kündigungsgründe überprüft werden. Diese muss der Arbeitgeber bei jeder Kündigung nennen. Unterschieden wird zwischen betriebs- und verhaltensbedingten Kündigungen. Letztere sind in der Regel nur nach vorheriger Abmahnung zulässig, es sei denn, das Fehlverhalten ist so schwerwiegend, dass auch eine fristlose Kündigung ausgesprochen werden kann. Betriebsbedingte Kündigungen treffen hingegen oft ohne Vorwarnung ein. In diesen Fällen sollte geprüft werden, ob soziale Kriterien ausreichend berücksichtigt wurden. Entscheidendes Merkmal ist die Dauer der Betriebszugehörigkeit. Zudem sind mögliche Unterhaltspflichten zu berücksichtigen. Das Alter der von der Kündigung Betroffenen ist demgegenüber nachrangig.

Wer gegen seine Kündigung vor Gericht ziehen will, muss innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der Kündigung die Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht einreichen. Die Frage, ob geklagt wird, sollte unbedingt mit Experten besprochen werden. Gewerkschaftsmitglieder sind hier im Vorteil, da sie sich von der Interessenvertretung nicht nur beraten lassen können, sondern die Gewerkschaft im Ernstfall auch die Kosten für Anwalt und Gerichtsverfahren übernehmen kann. Die Arbeitsgerichte prüfen, ob die Kündigung berechtigt war oder nicht, und machen gegebenenfalls im Gerichtsverfahren Abfindungsvorschläge. Lehnen Arbeitgeber oder Arbeitnehmer dies ab, entscheidet das Arbeitsgericht über den Fortbestand des Arbeitsverhältnisses.

Weitere Informationen zum Verhalten bei einer Kündigung im Internet beispielsweise unter:
www.igmetall.de/recht_und_rat/kuendigung,
www.jurathek.de/steude/arbeit/kuend.html

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