Vor möglichem „Matchball" in Wolfsburg
Hoeneß poltert gegen die Fast-Meister

Uli Hoeneß zeigt sich trotz der bevorstehenden Meisterschaft des FC Bayern München von seiner mäkeligen Seite. Am Samstag können die Münchner in Wolfsburg vorzeitig ihren 18. Titel gewinnen, doch der Manager des Spitzenreiters der Fußball-Bundesliga nörgelt trotzdem herum. Die Meisterschaft habe einen "Beigeschmack", kritisierte Hoeneß, und das Gesicht der aktuellen Bayern-Mannschaft sei "blass". Den Wolfsburger ist das egal, sie wollen die frühzeitige Feier der Gäste verhindern.

HB/dpa WOLFSBURG/MÜNCHEN. Pablo Thiam hat es geahnt. "Nach den zwei Niederlagen wird Manager Uli Hoeneß mächtig Druck machen", sagte der Wolfsburger, der bis zum Januar bei den Bayern unter Vertrag stand. Und wie von Thiam erwartet, hat Hoeneß jetzt reagiert. "Das ist eine Meisterschaft, die gewöhnungsbedürftig ist", sagte Hoeneß in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Der Manager meckerte: "Wir haben nicht konsequent so weitergespielt wie noch vor Wochen, sind nicht mit 20 Punkten vorn. Jetzt ist leider ein Beigeschmack dabei, weil wir zwar Meister werden, aber nicht überragend spielen."

Elf Punkte Vorsprung sind Hoeneß nicht genug. Und auch die verlockende Aussicht reicht ihm nicht, dass die Bayern mit einem Sieg in Wolfsburg bereits am 30. Spieltag Meister würden, wenn gleichzeitig Stuttgart gegen Rostock und Dortmund bei 1860 München nicht gewännen. Das Gesicht der Meistermannschaft bezeichnete er als blass: "Wir haben einige gute Spiele gemacht. Aber ansonsten? Man muss eben nächste Saison wieder voll angreifen", sagte die selbst ernannte "Abteilung Attacke".

Hoeneß fordert mehr von seinem Starensemble. "Da ist noch sehr viel Spielraum nach oben", sagte er etwa zur Leistung von Michael Ballack, der nach seiner Verletzung am Samstag in Wolfsburg wieder zum Kader gehört.

Vor allem Thiam wundert sich über den Rundumschlag des Bayern-Managers wenig. Er kennt die Gepflogenheiten in München. "Mich würde es nicht wundern, wenn es für die Spieler eine dicke Extraprämie gibt, damit sie die Meisterschaft endlich über die Bühne bringen", sagte der Mittelfeldspieler, der in München nicht den Sprung in die Stammelf geschafft hatte. Nun will er mit seiner neuen Mannschaft verhindern, dass die Bayern den Titelgewinn schon in Wolfsburg perfekt machen.

"Der Uli hat ja immer gesagt, dass er zu Hause in München feiern will", witzelte Jürgen Röber, "das kann er haben." Der Trainer des VfL versucht es vor dem Spiel gegen das Bayern-Team, das für ihn als verdienter Meister feststeht, mit Humor: "Ich weiß nicht, wann die Bayern zuletzt drei Mal hintereinander verloren haben."

Trotz der Bayern-Niederlagen gegen Dortmund und Bremen und nur einem Punkt aus den vergangenen drei Begegnungen warnt Röber sein Team. "In so einem Spiel darf man sich keine Fehler erlauben", sagte Röber, "die werden von den Bayern sofort bestraft." Die Wolfsburger wissen das aus leidvoller Erfahrung: Gegen die Bayern ist der VfL bisher noch ohne Punktspiel-Sieg.

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