Vor Nahost-Krisengipfel
Hisbollah entführte offenbar wieder Israeli

dpa BEIRUT/JERUSALEM. Die radikalislamische Hisbollah-Miliz hat offenbar einen weiteren Israeli entführt. Einen Tag vor dem geplanten Nahost-Krisengipfel in Scharm el Scheich erklärte Hisbollah - Generalsekretär Scheich Hassan Nasrallah, seine Organisation habe einen Obersten der israelischen Armee in einer "sehr komplizierten Aktion" in ihre Gewalt gebracht.

Nach israelischen Medienberichten handelt es sich bei dem Entführten um einen israelischen Geschäftsmann im Ausland, der den militärischen Dienstgrad eines Reserve-Obersten trägt. Im Büro von Ministerpräsident Ehud Barak hieß es, die Hisbollah-Erklärung habe "Substanz".

Nasrallah, der in Beirut in Anwesenheit des libanesischen Ministerpräsidenten Selim Hoss auf einer Veranstaltung zur Unterstützung für die Palästinenser sprach, wollte keine weiteren Einzelheiten zu den Umständen und dem Ort der Entführung nennen. "Wir wollen die Israelis im Unklaren lassen", sagte er. Aus libanesischen Sicherheitskreisen verlautete, möglicherweise habe die Hisbollah den Israeli in der Schweiz in ihre Gewalt gebracht.

"Wir gehen davon aus, dass Nasrallahs Erklärung Substanz hat", hieß es aus Baraks Büro. Sein Stabschef, Dani Jatom, sagte im israelischen Rundfunk, die Erfahrung habe gelehrt, dass man solche Erklärungen der Hisbollah "sehr Ernst nehmen" müsse. Barak hatte zuvor auf der wöchentlichen Kabinettssitzung erklärt, im Bereich der Truppen an der Grenze zu Libanon werde kein Soldat vermisst. Jatom meinte später, es sei denkbar, dass die Entführung des Geschäftsmannes bereits vor einiger Zeit stattgefunden habe.

Die Hisbollah hat bereits am 7. Oktober drei israelische Soldaten im Grenzgebiet verschleppt und will diese nur freilassen, wenn libanesische und palästinensische Gefangene aus israelischen Haftanstalten auf freien Fuß gesetzt werden.

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