Vor Olympia
Peking macht deutsche Fabriken dicht

Schon Wochen vor ihrem Beginn machen die Olympischen Spiele ausländischen Unternehmen in China das Leben schwer: Viele Firmen, darunter auch einige deutsche, müssen ihre Produktion stoppen, um die Luftqualität zu verbessern. Aber auch der Materialnachschub ist mittlerweile problematisch.

PEKING. Ausländische Firmen in China leiden unter staatlich verordneten Produktionsstopps, unterbrochenen Lieferketten oder strengen Einreiseregeln. So wurden Betriebe am Industriestandort Langfang – rund eine Stunde von Peking entfernt in der Provinz Hebei – vor ein paar Tagen aufgefordert, ihre Produktion vom 15. Juli bis Ende September einzustellen. Die Mitteilung ging an 86 Unternehmen, darunter sechs deutsche.

„In Langfang haben sich etliche europäische Unternehmen angesiedelt, die nun auch von den Schließungen für Olympia betroffen sind“, bestätigt Jörg Wuttke, Präsident der EU-Kammer in Peking. Zwar gingen die drohenden Verlusten sicher nicht in die Milliarden: „Aber alle diese Firmen produzieren für die chinesische Wirtschaft“, so Wuttke. Wenn diese nun für Monate dichtmachten, seien nicht nur die Firmen selbst betroffen, sondern auch Chinas Industrie.

Auf der Stilllegungsliste der chinesischen Behörden, die dem Handelsblatt vorliegt, stehen als deutsche Firmen die Hess Maschinenfabrik aus Burbach, die Lack- und Farbenfabrik Wörwag, der Baumaschinenspezialist Wirtgen, die BYK Chemie aus Wesel, die Bergbautechnikfirma DBT aus Wuppertal sowie der deutsche Anlagenbauer Gea, der allein in Langfang mit 350 Beschäftigten Großkomponenten für Luftkondensatoren herstellt.

Chinas Behörden wollen mit den vorübergehenden Stilllegungen vor allem die Luftqualität für die Olympischen Spiele verbessern. Peking ist seit Wochen in dicken Smog gehüllt. In einem Monat sollen dort die Sommerspiele beginnen. Auch in der nahen Hafenstadt Tianjin wurde darum die Schließung von 40 Fabriken angeordnet. In Hebei, dem Stahlzentrum Chinas, sollen bereits 267 Firmen vorübergehend geschlossen worden sein.

Seite 1:

Peking macht deutsche Fabriken dicht

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%