Vor Sicherheitsratsitzung
Russland und Frankreich bleiben hart

Kurz vor Ablauf der von den USA gestellten Frist an den UNO-Sicherheitsrat haben die Veto-Mächte Frankreich und Russland am Montag ihren Widerstand gegen eine Resolution als Basis für einen Militärschlag bekräftigt.

Reuters NEW YORK. "Frankreich hat erklärt, was es tun wird (falls die Uno-Resolution vorgelegt wird)", sagte der französische Außenminister Dominique de Villepin am Morgen in einem Rundfunkinterview unter Anspielung auf das angekündigte Veto seines Landes. Russland gab dem Resolutionsentwurf der USA und Großbritanniens gleichfalls "keine Chance". Frankreich ist gegen die Forderung der Kriegsbefürworter, Irak ein letztes Ultimatum zur Erfüllung der Abrüstungsauflagen zu stellen. Die USA und Großbritannien forderten ihre Landsleute am Montag auf, wegen der Gefahr eines Krieges das irakische Nachbarland Kuwait umgehend zu verlassen. Wegen der Erwartung eines baldigen Militärschlages stieg der Ölpreis um mehr als einen Dollar, der Goldpreis legte gleichfalls weiter zu.

US-Präsident George W. Bush hatte dem Uno-Sicherheitsrat am Vortag 24 Stunden für eine Entscheidung über die Resolution Zeit gegeben. Bei der Sitzung des Rates (16.00 Uhr MEZ) legt Uno-Waffeninspekteur Hans Blix zudem einen Bericht zum Stand der irakischen Abrüstung vor.

Villepin: Kein Automatismus für Gewalteinsatz

"Frankreich kann die Resolution nicht akzeptieren, die (am Uno-Sitz) in New York auf dem Tisch liegt und die ein Ultimatum beinhaltet, das einen Automatismus für den Einsatz von Gewalt vorsieht", sagte Villepin dem Rundfunksender Europe 1. "Wie bisher, gehen wir davon aus, dass der Entwurf keinen Chance hat, den Sicherheitsrat zu passieren", sagte der russische Vize-Außenminister Juri Fedotow laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Interfax.

Bush hatte für Montag eine "Stunde der Wahrheit für die Welt" angekündigt und bei einem Treffen mit dem britischen Premierminister Tony Blair und Spaniens Ministerpräsident Jose Maria Aznar auf den Azoren gefordert, dass die Uno Irak ein klares Ultimatum stellt: Entweder sind innerhalb weniger Tage alle Massenvernichtungswaffen zerstört und ihr Verbleib eindeutig nachgewiesen oder die USA beginnen mit einigen Verbündeten einen Krieg gegen das Land. Irak bestreitet den Besitz solcher Waffen. Abgesehen von den Veto-Ankündigungen Frankreichs und Russland haben die USA im Rat bislang auch nicht die nötige Mehrheit von neun Stimmen für ihren Entwurf.

"Drohende Militäraktionen"

Die USA begründeten ihren Aufruf an US-Bürger, Kuwait zu verlassen, mit drohenden Militäraktionen. Die britische Botschaft warnte, ein Krieg gegen Irak erhöhe die Gefahr von Terroranschlägen. Um schlechten Wetterbedingungen zuvorzukommen, landeten am frühen Morgen Teile einer britischen Spezialeinheit an einem Strand in Kuwait. "Das hält alle unsere Optionen offen", sagte der Kommandeur der Einheit auf dem Flaggschiff "Ark Royal". Es sei zunehmend wahrscheinlich, dass es in den kommenden Tagen zu einem Krieg komme, kündigte der Kapitän den Schiffs gegenüber den Soldaten an. Für die Gegend ist ein mehrtägiger Sandsturm vorhergesagt, der eine Landung der Truppen erschweren könnte.

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