Vor US-Arbeitsmarktdaten
Euro notiert etwas schwächer

Im Vorfeld der für den Nachmittag mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktdaten hat der Euro am Freitag in einem eher ruhigen Handel etwas schwächer tendiert.

Reuters FRANKFURT. Mit 0,8962/66 Dollar notierte die Gemeinschaftswährung am dritten Werktag nach der reibungslosen Einführung des Euro-Bargelds rund ein Fünftel US-Cent unter ihrem New Yorker Schlussniveau. Nach der Kursrally zu Jahresbeginn sei nun eine leichte Korrektur auszumachen, sagten Händler. Der Markt erkenne, dass die Einführung des Euro-Bargelds wohl nur geringen Einfluss auf die Konjunkturentwicklung habe. Analysten sehen für den Euro aber weiteres Aufwärtspotenzial im Zuge eines möglichen Anstiegs der weltweit in Euro gehaltenen Devisenreserven.

Im Referenzkursverfahren der Banken (Euro-FX) wurde der Euro am Mittag mit 0,8954 (0,9038) Dollar festgelegt. Zur japanischen Währung notierte der Euro mit 117,28/40 Yen rund einen Yen schwächer als am Vorabend in New York. Händler sagten, Gewinnmitnahmen am ersten Handelstag nach den Feiertagen in Japan hätten den Euro in Fernost etwas belastet.

Im Mittelpunkt des internationalen Devisenhandels stünden die um 14.30 Uhr MEZ erwarteten US-Arbeitsmarktdaten für Dezember, sagten Händler. Von Reuters befragte Analysten rechnen im Schnitt mit 139 000 weniger Stellen nach einem Minus von 331 000 im November. Bei der Arbeitslosenquote prognostizieren sie einen Anstieg auf 5,8 (5,7) Prozent. Ein überraschend starker Beschäftigungsrückgang könnte Markteilnehmern zufolge die US-Notenbank (Fed) bei ihrer nächsten Sitzung Ende Januar zu einer weiteren Zinssenkung bewegen. Bisher werde am Markt aber keine neuerliche geldpolitische Lockerung erwartet, nachdem die Fed 2001 den Schlüsselzins bereits elf Mal um insgesamt 475 Basispunkte auf nun 1,75 Prozent gesenkt hatte.

Europäische Konjunkturdaten vom Vormittag hatten dagegen kaum Einfluss auf den Devisenmarkt. Der Reuters-Service-Index für die Euro-Zone stieg zwar den zweiten Monat in Folge an, wies aber mit einem Wert unter 50 Punkten noch immer auf eine schrumpfende Geschäftstätigkeit im Dienstleistungssektor hin. "Die Daten waren durchaus stark, aber sie blieben ohne Auswirkungen, da jeder auf die US-Zahlen wartet", sagte Francesca Fornasari von Lehman.

Die Gemeinschaftswährung unterbrach damit zunächst ihre Rally vom Jahresbeginn, als sie um mehr als zwei US-Cent auf Kurse über 0,90 Dollar in die Höhe geschnellt war. Die Gewinne hatten Händler auf den reibungslosen Verlauf der Euro-Bargeld-Einführung zurückgeführt. Doch eine Korrektur dieses Kursanstiegs war erwartet worden. "Es gibt letztlich keinen Grund dafür, den Euro noch weiterhin vermehrt zu kaufen, da es keine Veränderung bei den Fundamentaldaten gibt, sondern lediglich das Euro-Bargeld", sagte Koichi Abe von Aozora Bank in Tokio.

Doch für die kommenden Tage äußerten sich Währungsanalysten optimistisch über die weitere Euro-Entwicklung. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) wolle bei seinem Besuch in China und dem Iran, den Euro als Währungsreserve anpreisen. Allein Spekulationen darüber könnten dem Euro in den kommenden Tagen Unterstützung bringen, sagten Händler. Zudem hatte China bereits angekündigt, den Euro-Anteil seiner Währungsreserven zu erhöhen. China hält weltweit die zweitgrößten Devisenreserven. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Wim Duisenberg, hatte am Donnerstag gesagt, dass die Verwendung des Euro als Währungsreserve der Zentralbanken weltweit bereits langsam angestiegen sei.

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