Vor Veröffentlichung der Quartalszahlen
Analysten erwarten schwache Zahlen der Telekom

Die Deutsche Telekom legt am Mittwoch die Zahlen für das dritte Quartal und die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres vor. Experten erwarten, dass der Bonner Telekommunikationskonzern nach einem ausgeglichenen Ergebnis im zweiten Quartal wieder tief in die Verlustzone gerutscht ist.

ddp.vwd BONN. Hauptursache für das erwartete Minus in dreistelliger Millionenhöhe ist die defizitäre US-Tochter VoiceStream. Vor einem Jahr hatte die Telekom noch einen Milliarden-Überschuss erzielt. Operativ, so betonen die Analysten, seien die Erträge aber vor allem im Mobilfunk weiter auf Erholungskurs.

Die Prognosen von sechs Analysten für die vorläufigen Eckdaten ergeben für die Monate Juli bis September einen durchschnittlichen Fehlbetrag von 480 Mill. Euro (936 Mill. Mark) nach einem Überschuss von 4,1 Mrd. Euro im Vorjahr. Der Umsatz steigt nach den Prognosen um rund 2,5 Mrd. auf 12,5 Mrd. Euro. Die Ertragsschätzungen weichen allerdings deutlich voneinander ab. Das Bankhaus Oppenheim etwa rechnet mit einem Überschuss von 180 Millionen Euro, während die WestLB ein Minus von 1,0 Mrd. Euro erwartet. Berücksichtigt werden dabei unter anderem die hohen Firmenwert-Abschreibungen und die Kosten für die UMTS-Mobilfunklizenzen.

Insgesamt geht die Telekom nach Aussage ihres Vorstandsvorsitzenden Ron Sommer mit Rückenwind in das laufende vierte Quartal. In einem Interview sagte Sommer, als Folge der Terroranschläge in den USA sei der Telefonverkehr über die Leitungen der Telekom zweistellig gewachsen. Zudem kündigte er an, dass die Zahlen für das dritte Quartal im Rahmen der eigenen Planung lägen.

Die Telekom wird das Quartal allerdings nicht einzeln, sondern gemeinsam mit den Neunmonatszahlen ausweisen. Nach den Analysten-Prognosen ergibt sich hier ein Umsatzplus von durchschnittlich 5,8 Mrd. Euro auf rund 35 Mrd. Euro. Als unbereinigtes Nettoergebnis wird ein Mittelwert von minus 600 Millionen Euro erwartet nach einem Plus von 8,4 Mrd. Euro zwischen Januar und September 2000. Ergänzt werden die Quartalszahlen der Telekom durch Aussagen zum aktuellen Schuldenstand. Bis Ende dieses Jahres will das Unternehmen die Verbindlichkeiten auf 58 bis 62 Mrd. Euro reduzieren, um Ende 2002 auf einen Schuldenstand von 50 Mrd. Euro zu kommen.

Die T-Aktie setzt unterdessen ihre Berg- und Talfahrt fort. Nachdem sie im September nach den Terroranschlägen ein Allzeittief von rund 13 Euro erreichte, erholte sich der Kurs seither wieder und kletterte bis auf 19 Euro. Am Dienstag gaben die Papiere aber wieder deutlich nach. Bis zum Nachmittag verlor die T-Aktie mehr als vier Prozent und notierte bei 17,43 Euro.

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