Vorausgesetzt, es weht genügend Wind...
Windkraft-Fonds: Anfangs-Vorteil

Wie bei anderen Fonds-Typen können Anleger davon ausgehen, rund 30 Prozent sofort abzugsfähige Vorlaufkosten geltend machen zu können - allerdings unter der in der Übersicht genannten Einschränkung zum Thema Bauherren-Erlass.

Zu den Kosten zählen ansonsten Ausgaben für die betriebswirtschaftliche Konzeption, Steuerberatung, Werbung oder Kapitalbeschaffung. Da sich viele steuerliche Fragen erst nach einer Betriebsprüfung klären, ist die Einschätzung bei Windkraft-Fonds schwierig. Sie sind neu am Markt, Erfahrungswerte, wie die Finanzbeamten entscheiden, fehlen.

Abschreibung erfolgt degressiv

Windkraft-Fonds werden degressiv abgeschrieben, das heißt, jährlich mit einem Prozentsatz vom Restbuchwert. Für die Nutzungsdauer sind 15 Jahre anzunehmen; im Anschaffungsjahr dürfen maximal 20 Prozent der Anschaffungskosten angesetzt werden; außerdem darf das Doppelte des linearen AfA-Satzes nicht überschritten werden.

Für Fonds aus der Zeit bis Ende 2000 legt das Finanzamt eine Nutzungsdauer von zwölf Jahren zugrunde, akzeptiert 30 Prozent der Anschaffungskosten beziehungsweise das Dreifache des linearen AfA-Betrages.

Windkraft-Fonds, die vor 2000 platziert wurden, profitieren von einer Sonderabschreibung. Als Anspar-Finanzierung sollte sie Kleinunternehmern eine Aufbauhilfe ermöglichen. Die Investoren konnten eine Anspar-Abschreibung geltend machen, auch wenn sie im Vorjahr keine Gewinne auswiesen. Nach der Novellierung des Gesetzes muss der Fonds im Vorjahr eine Rücklage gebildet haben, um im laufenden Jahr eine Sonder-AfA in Höhe von 20 Prozent, maximal 300.000 Mark, geltend machen zu können.

Unter dem Strich kann sich in der Investitionsphase und den zwei bis drei folgenden Jahren eine Verlustzuweisung von insgesamt bis zu 70 Prozent ergeben.

Solide Prospekte stützen sich auf Standort-Gutachten

Wenn sich die Windräder erst mal drehen, bringt die Anlage Einnahmen und Gewinne. Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz ist zumindest die Vergütung des Stroms auf 20 Jahre gesichert. Für 17,8 Pfennig/Kilowattstunde (gültig bis Ende 2001, siehe unten) können die Betreiber ihren Strom ins Leitungssystem einspeisen - vorausgesetzt, es pfeift genug Wind.

Und hier sehen Kritiker Schwachstellen bei neuen Anlagen. Gute Standorte sind rar geworden; Experten müssten also bei neuen Fonds die Angaben über die Windkraft prüfen. Solide Prospekte verweisen daher auf Standort-Gutachten. Ein Wermutstropfen kam 2002 hinzu: Die Einspeise-Vergütung sinkt für Neuanlagen von 9,1 auf 8,96 Cent pro Kilowattstunde, also um 1,5 Prozent bzw. 14 Cent.

Das steuerlich relevante Ergebnis ergibt sich aus der Differenz von Betriebsergebnis und anerkannter Abzüge wie AfA und Rücklage für den Rückbau. Auch Disagio-Aufwendungen für Kredite werden jährlich als vorausbezahlte Kosten berücksichtigt und nicht zu Beginn sofort abgezogen, da der Fonds als Gewerbebetrieb gilt.

Als solcher muss er auch Gewerbesteuer abführen. Diese wiederum mindert die Einkommensteuer. Allerdings ist die Gewerbesteuer nur auf Einkünfte aus Gewerbe anrechenbar. Wer insgesamt keine positiven gewerblichen Einkünfte hat, dem nützt der Gewerbesteuer-Abzug nichts.

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