Vorbereitungen für Paralympics
Olympische Aufräumarbeiten

Die Tartanbahn, auf der Sprint-König Usain Bolt drei Weltrekorde lief, ist mit schwarzen Planen bedeckt und zwischen den 91 000 Sitzplätzen wuseln die Putzfrauen. Im Pekinger "Vogelnest" hat am Tag nach der Schlussfeier für die XXIX. Olympischen Spiele das große Aufräumen begonnen. Für viele Helfer ist das Sportspektakel aber noch nicht vorbei.

HB PEKING. Wo während der Leichtathletik-Wettbewerbe aus Hunderttausenden Kehlen der Schlachtruf "jia you" (Auf geht's) erschallte und am Sonntagabend (Ortszeit) die Flamme erlosch, herrscht am Montag emsige Betriebsamkeit. "Wir räumen auf und bereiten gleichzeitig die Eröffnungsfeier für die Paralympischen Spiele vor", erzählt einer der Helfer. Denn vom 6. September an erwartet Peking rund 4000 behinderte Sportler aus aller Welt. Der Olympia-Freiwillige Fu Ping ist dann längst zurück in Henan.

"Leider sind für mich die Spiele vorbei, ich bin ein bisschen traurig", meint er. Zusammen mit weiteren 80 Freiwilligen war er aus der zentralchinesischen Provinz nach Peking gekommen. "Wir müssen nun abreisen, aber 20 andere aus unserer Gruppe sind bei den Paralympics dabei", meint Fu Ping und posiert für ein Abschiedsfoto. Auf dem weitgehend verwaisten Olympia-Gelände stehen an diesem Morgen an vielen Ecken kleine Gruppen Freiwilliger in türkis-weißen "Beijing 2008"-Poloshirts und lichten sich vor dem Nationalstadion oder dem "Wasserwürfel" ab. Die Lautsprecher am Platz vor dem "Vogelnest", aus denen in den vergangenen Wochen permanent Musik dröhnte, sind verstummt.

"Ich bin stolz, dass ich den ausländischen Gästen helfen durfte", sagt ein junger Student aus Wuhan, der als Freiwilliger vor allem Journalisten in Elektroautos über das Areal kutschierte. "Ich werde mich jetzt erstmal ein wenig ausruhen und dann beginnen auch für mich die Paralympics." Mit 4000 Sportlern und 2000 Betreuern wird der Trubel dann zwar deutlich geringer ausfallen als während der Olympischen Spiele. "Aber das wird sicher auch ganz toll", sagt der Student überzeugt. Am Montag sieht es auf dem Olympia-Gelände allerdings zunächst einmal vor allem nach Abbauen, Aufräumen, dem Ende eines Großereignisses aus: Kartons werden über Flure geschoben, Fernsehkabel entwirrt und Plakate von den Wänden gerissen.

Nur bei den Pin-Händlern vor dem Zaun am Medienzentrum herrscht noch immer reger Betrieb. "Die Chinesen sind infiziert, sie werden aber sicher auch nach den Olympischen Spielen nicht mit dem Tauschen der kleinen Anstecker aufhören", meint der Kanadier Ross Baxter. Am anderen Ende des Areals lächelt derweil noch immer Fu Ping für Erinnerungsfotos in Kameras. Er hat sich in Peking seinen olympischen Traum erfüllt, hat aber sogar schon die nächsten Spiele in London 2012 fest im Visier: "Wir haben uns schon darum beworben, dort als Freiwillige zu helfen, hoffentlich klappt es!"

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