Vorbereitungen im Trainingslager
Frankreich bangt um seine Stars

Die französische Nationalmannschaft kämpft im Trainingslager um jede Sekunde Ruhe. Denn das Team von Trainer Raymond Domenech bangt um die angeschlagenen Ribery, Vieira und Henry. Ein Fragezeichen steht auch hinter Abwehrspieler Willy Sagnol.

Das ruhige Gebiet oberhalb des Genfer Sees ist ein ländliches Idyll. Ein kleines Stadion, wenig Lärm und drumherum die imposante Kulisse der nahen Walliser Berge - genau so hatte sich Frankreichs Nationaltrainer Raymond Domenech das Trainingsgelände seines Teams in der Schweiz vorgestellt. "Wir brauchen etwas Ruhe", meinte der Coach mit Blick auf die verbleibende Vorbereitungszeit der Equipe Tricolore vor dem ersten EM-Spiel am Montag (18.00 Uhr) gegen Rumänien. Doch das dürfte vorerst ein frommer Wunsch bleiben.

Verletzungssorgen trüben die Vorfreude des Vize-Weltmeisters auf die Euro und schmälern die Aussichten in der sogenannten "Todesgruppe" C, in der auch noch Ex-Europameister Niederlande und Weltmeister Italien warten. Gleich drei Stars sind angeschlagen - allen voran Kapitän Patrick Vieira (Inter Mailand), der für das Rumänien-Spiel wegen einer Oberschenkelverletzung bereits passen musste. Dazu klagen Bayern-Ass Franck Ribery und Barcelonas Thierry Henry über leichte Blessuren aus dem letzten Testspiel am vergangenen Dienstag gegen Kolumbien (1:0).

Vieira trainiert, Ribery und Henry werden geschont

Während bei Vieira nach den ersten Übungseinheiten immerhin ein Aufwärtstrend zu erkennen war, wurden Ribery und Henry im Training geschont und unterzogen sich außerdem medizinischen Behandlungen. Reine Vorsichtsmaßnahmen, verlautete es beschwichtigend aus dem französischen Lager, genauere Diagnosen gelangten zunächst nicht an die Öffentlichkeit.

Ein Fragezeichen steht auch hinter Abwehrspieler Willy Sagnol, der in der abgelaufenen Bundesliga-Spielzeit bei Double-Gewinner Bayern München nur unregelmäßig zum Einsatz kam. "Er war über die Saison kein Stammspieler. Und ich muss die Mannschaft körperlich auf ein Level bringen", beschreibt Domenech die Situation. Immerhin gehörte Sagnol im Test gegen Kolumbien zur Startfromation und zeigte dabei eine solide Leistung.

Der Optimismus der Franzosen ist trotz aller Sorgen und Nöte indes ungebrochen. Für Ribery ("Wir wollen Europameister werden, nichts anderes.") und seine Teamkollegen geht es um den Titelgewinn - es wäre der insgesamt dritte für die "Grande Nation", die damit gleichziehen könnte mit Rekord-Europameister Deutschland.

Die durchwachsene Qualifikation, in der bis zum Schluss um die EM-Teilnahme gezittert werden musste, und mäßiger Erfolg in den Spielen der Vorbereitung haben allerdings Zweifel aufkommen lassen. Die wenigsten Sorgen bereitet die Abwehr, die in der Qualifikation nur fünf Gegentore kassierte und in den folgenden fünf Testbegegnungen gerade mal eins. Schlechter bestellt ist es da schon um die Offensive, die zuletzt Ladehemmung hatte. "Es ist richtig, dass wir unsere Erfolgsquote vor dem Tor verbessern können. Ich hoffe, die Mannschaft hat sich das für die Euro aufgehoben", so Domenech.

Ruhe geht vor

Die rund 500 Fans der "Blauen", die das erste öffentliche Training vor Ort verfolgten, haben daran keinen Zweifel. Sie feierten ihr Team beim leichten Aufgalopp enthusiastisch. Dass einer der Zaungäste am Ende von Sicherheitsbeamten bei dem Versuch zurückgehalten werden musste, Jungstar Samir Nasri zu nahe zu rücken, dürfte Domenech indes nicht gefallen haben. Denn Ruhe ist dieser Tage das oberste Gebot.

© SID

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