Vorbericht
Analysten rechnen bei Volkswagen mit Rekordgewinn

Der Automobilkonzern veröffentlicht am Dienstag seine vorläufigen Zahlen für 2000. Experten rechnen mit einer Verdoppelung des Nettogewinns auf mehr als 3 Mrd. DM.

stw HB HANNOVER. Seit einem Jahr kündigt die Volkswagen AG, Wolfsburg, mehr oder weniger deutlich einen Gewinnrekord an, heute soll der Beweis folgen: Die vorläufigen Zahlen für 2000 dürften nach Schätzung von Bankanalysten eine Verdoppelung des Nettogewinns auf mehr als 3 Mrd. DM bringen. Vor Steuern wird mit einem Sprung von einem Drittel auf rund 6,5 Mrd. DM gerechnet.

Das würde genügen, um auch das bisherige Rekordjahr 1998 in den Schatten zu stellen. Die Basis dafür hat ein Absatzzuwachs gegenüber 1999 von knapp 4 % gelegt. Gleichzeitig fallen Sonderbelastungen weg, mit denen VW den Gewinneinbruch vom Vorjahr erklärt hatte: Die Krise in Brasilien und die Änderungen des Steuerrechts hatten jeweils mit dreistelligen Millionenbeträgen zu Buche geschlagen. Auf der anderen Seite spült der hohe Dollarkurs Geld in die Kasse, denn VW hat 2000 deutlich weniger Währungsgeschäfte abgesichert als im Jahr davor.

Der 2000er Rekord scheint damit gesichert. Will sich Vorstandschef Ferdinand Piëch im nächsten Jahr mit den angekündigten 6,5 % Umsatzrendite verabschieden, bleibt allerdings noch einiges zu tun. Bei einem erwarteten Umsatz von gut 160 Mrd. DM reicht auch ein Rekordgewinn heute nur für rund 4 %.

Dennoch hält man konzernintern an dem Ziel fest, das unter anderem durch eine Umstellung der Bilanzierung vom HGB- auf den IAS-Standard erreicht werden soll. Da intern bereits mit beiden Verfahren parallel gerechnet wird, könnte VW heute schon IAS-Vergleichszahlen nennen.

In ihrer Rekordprognose für 2000 sind sich die Banken einig, gespannter erwarten sie den Ausblick auf 2001. So ist auf die Dollarstärke kein Verlass mehr, und die Abschwächung der US-Konjunktur hat VW schon zum Jahresanfang überraschend hart gespürt. Unsicherheit herrscht auch über den deutschen Markt, der sich bisher nicht nachhaltig erholt. Auf der Risikoseite für 2001 stehen außerdem die Kosten der Altauto-Entsorgung, die hohe Rückstellungen erzwingen.

Die Deutsche Bank stufte die VW-Aktie nach dem guten Neunmonatsbericht auf "Kaufen" hoch, die Commerzbank hatte diese Wertung schon vorher und erhöhte das Kursziel von 65 auf 68 Euro. Auch M.M. Warburg riet mit Kursziel 72 Euro zum Kauf. Dagegen stufte Lehman Brothers die Autoaktie auf "neutral" herunter, UBS Warburg riet sogar zum "Reduzieren". Seit jenen Prognosen ist der Kurs allerdings - auch wegen eines Aktienrückkaufs - so deutlich gestiegen, dass die WGZ-Bank ihre Einschätzung schon wieder auf "Marketperformer" zurücknahm. Gestern lag der Kurs bei knapp 57 Euro. Um diese Marke pendelt die Aktie seit Wochen.

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