Vorbericht Arbeitsmarktzahlen
Arbeitsmarkt-Experten: Etwas weniger Arbeitslose im August

Reuters BERLIN. Die Zahl der Arbeitslosen wird nach Einschätzung von Arbeitsmarktexperten im August leicht zurückgehen. Ein Rückgang um etwa 20 000 sei realistisch, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Ursula Engelen-Kefer, am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Der Arbeitsmarkt stagniere damit mehr oder weniger. Bei den Arbeitgebern wird ein Rückgang um lediglich 10 000 Arbeitslose erwartet. Hauptgrund dafür seien saisonale Effekte, hieß es. Um diese Einflüsse bereinigt, gehen von Reuters befragte Volkswirte im Durchschnitt von etwa 20 000 Arbeitslosen weniger als im Juli aus.

Ein Rückgang werde nur im Westen zu spüren sei, während in Ostdeutschland mehr Menschen arbeitslos sein würden, erwarten DGB und die Bundesvereinigung der Arbeitgeber (BDA) übereinstimmend. BDA-Arbeitsmarktexpertin Ilka Houben sagte, sie rechne mit einen 15 000 Arbeitslosen weniger im Westen und einem Anstieg um 5 000 Arbeitslose im Osten. Damit wären in ganz Deutschland rund 3,79 Mill. Menschen im August ohne Arbeit gewesen. "Der Trend zu weniger Arbeitslosen bleibt damit intakt", sagte Houben. Die Quote werde jedoch voraussichtlich bei 9,3 % verharren. Im Juli hatte die Zahl der Arbeitslosen ohne Berücksichtigung von Saisoneffekten bei 3,804 Mill. gelegen.

Engelen-Kefer, die auch Vorstandsvorsitzende der Bundesanstalt für Arbeit ist, bezeichnete es als Besorgnis erregend, dass mit einem Anstieg der Zahl der arbeitslosen Jugendlichen besonders in Ostdeutschland zu rechnen sei. Bei den Arbeitslosenzahlen sei zu berücksichtigen, dass der August in vielen Bundesländer noch Ferienmonat sei und daher in dieser Zeit kaum eingestellt werde. Mehr Aufschluss sei von den September-Zahlen zu erwarten. Auch Houben bezeichnete den September als "Feuerprobe". Dann werde man sehen, wie stark die Konjunktur auf den Arbeitsmarkt durchschlage.

August-Zahlen nicht sehr repräsentativ

Dem schlossen sich auch befragte Volkswirte an. Klaus Schrüfer von der BFG Bank nannte die August-Zahlen wegen der vielen Urlaubstage nicht so aufschlussreich. Die Tendenz deute aber weiterhin auf sinkende Arbeitslosenzahlen hin. Um saisonale Effekte bereinigt schätzt er, dass es im August gegenüber dem Vormonat etwa 25 000 Arbeitslose weniger gegeben habe. Dies entspräche einer bereinigten Quote von 9,5 %. Die saisonbereinigten Zahlen spielen für die internationalen Finanzmärkte die größere Rolle, während die unbereinigten in der Öffentlichkeit stärker beachtet werden.

Peter Meister von der BHF Bank erwartet, dass rund 20 000 Menschen weniger in der Arbeitslosenstatistik erscheinen werden. "Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten Monaten einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit erleben."Spannend werde es im September, wenn auch die Schulabgänger auf den Markt drängten. Holger Fahrinkrug von UBS Warburg schätzt den saisonbereinigten Rückgang auf 15 000. Bis zum Jahresende werden die Arbeitslosenzahlen Fahrinkrug zufolge weiter sinken. "Danach sind die Aussichten dann nicht mehr so günstig", sagte er.

Die Bundesanstalt für Arbeit will am Mittwoch die offiziellen August-Zahlen vorlegen.

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