Vorbericht
Bei Karstadt-Quelle kommt es auf die Details an

Mit der schlichten Bekanntgabe von Zahlen wird es am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz der Karstadt-Quelle AG kaum getan sein. Die Eckdaten, die der Essener Handelskonzern für das vergangene Jahr bereits veröffentlicht hat, sind nach Auffassung von Analysten noch erklärungsbedürftig.

vwd ESSEN. "Im Moment liegen sehr wenige Fakten auf dem Tisch", klagt Susanne Schneemayer vom der HypoVereinsbank. Für die Zahlen zum ersten Quartal 2001, die KarstadtQuelle ebenfalls am Mittwoch bekannt geben will, liegen denn auch keine Prognosen vor. Hier mangelt es vor allem an Vergleichswerten aus dem Vorjahreszeitraum.

Die Experten interessieren sich insbesondere dafür, wie die Zahlen zum Jahr 2000 bzw zum ersten Quartal genau zu Stande gekommen sind. Aus welchem Grunde war die Steuerquote 2000 so niedrig, und wird das weiter so bleiben? In welchem Zeitraum fallen die Kosten für das Restrukturierungsprogramm an, das der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Urban im Oktober vorgestellt hatte? Ab wann ist auf Grund der Umstrukturierung mit einer Verbesserung des Ergebnisses zu rechnen? Schlägt sich die Neuerwerbung Sinn Leffers AG, Hagen, bereits in den Quartalszahlen nieder? Was wird aus den kleineren Warenhausfilialen, für die Urban ein Konzept angekündigt hatte?

Insgesamt steht KarstadtQuelle in den kommenden zwei Jahren vor großen Herausforderungen. Der Konzern liegt mit seiner Restrukturierung hinter der Konkurrenz zurück. Die Frage sei, ob das Management bei der Vielzahl von Problemen den Überblick werde behalten könnten, meint Schneemayer. Während Urban mit den Bereichen E-Commerce und Vertrieb zufrieden sein könne, bleibe das Thema Warenhäuser brisant. Thilo Kleibauer von M.M. Warburg ist dennoch optimistisch, dass KarstadtQuelle Potenzial für weitere Zuwächse beim Ergebnis hat. Im Jahr 2000 habe das Unternehmen beim Vorsteuerergebnis immerhin um 21 Prozent auf 273 Mio EUR zugelegt.

Im klassischen Kerngeschäft des Konzerns sei allerdings keine Wachstumsdynamik mehr zu generieren, fürchtet Kleibauer. Zudem habe sich das Umfeld für den Einzelhandel im ersten Quartal alles andere als freundlich entwickelt. Urban müsse versuchen, Sparten wie Sinn Leffers im Konzern mehr Gewicht zu verleihen. Die meisten Analysten rechnen indessen damit, dass das Ergebnis im ersten Quartal negativ ausgefallen sein könnte. Die Monate Januar bis März seien ohnehin traditionell eine Durststrecke für den Handel.

Urban hatte im vergangenen Jahr die Führung bei KarstadtQuelle übernommen und ein Zehn-Punkte-Programm verkündet, mit dem der im Februar in den MDAX abgestiegene Konzern wieder flottgemacht werden soll. Unter anderem sollen allein in diesem Jahr 4.700 Stellen gestrichen werden.

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