Vorbericht
Gewinnmitnahmen beim Dax erwartet

Im Sog der schwachen Dow-Vorgabe rechnen Händler mit einer leichteren Eröffnung.

Reuters FRANKFURT. Im Sog der schwachen Dow-Vorgabe rechnen Händler für Mittwoch mit einer etwas leichteren Eröffnung am deutschen Aktienmarkt. Die Citibank berechnete den Dax bis gegen 8.00 Uhr MESZ mit 7 300 Punkten, verglichen mit einem Schlussstand von 7 307 Punkten am Dienstag. Die Börsenmakler Lang&Schwarz sahen den Dax vor Handelsbeginn mit 7297 Punkten ebenfalls etwas niedriger. Die internationalen Vorgaben für den Dax waren durchmischt. Der Dow-Jones-Index 30 führender Industriewerte hatte am Dienstag 109,14 Punkte oder 0,98 % tiefer auf 11 067,00 Zählern geschlossen. Der technologielastige Nasdaq-Index rückte indes um moderate 0,06 % auf 3851,99 Zähler nach oben. In Asien präsentierten sich die Börsen Tokio und Hongkong am Mittwochmorgen freundlich.

"Die Gewinnmitnahmen, die im Handelsverlauf am Dienstag einsetzten, dürften sich heute fortsetzen", sagte Commerzbank-Analyst Achim Matzke. Der Dax hatte zuvor an sechs Handelstagen in Folge mit Kursaufschlägen geschlossen. Matzke verwies darauf, dass dem Markt derzeit die Eigendynamik fehle und die deutsche Börse sich nur an den US-Vorgaben orientiere. Er gehe von einer Konsolidierung am deutschen Aktienmarkt aus. Werte aus der zweiten Reihe und Pharmatitel könnten allerdings von selektiven Käufen profitieren, fügte Matzke hinzu.

Die Aktie der Metro AG wird wie erwartet aus dem europäischen Aktienindex Euro Stoxx 50 herausgenommen. Die Trägergesellschaft Stoxx Ltd. gab am Dienstagabend bekannt, dass neben der Metro auch der belgische Versorger Electrabel aus der Liga der 50 größten Firmen in der Euro-Zone absteigt. Ersetzt werden die beiden Titel durch die Aktien der italienischen Bank San Paolo Imi und des französische Lebensmittelkonzern Danone . Die Aktien der Metro AG hatten bereits in den vergangenen Sitzungen im Vorfeld der Stoxx-Entscheidung kräftig an Wert verloren. Händler sagten, dass dieser Beschluss keine Überraschung für die Marktteilnehmer gewesen sei. Im Metro-Kurs sei die Herausnahme bereits größtenteils eingepreist.

Die Thyssen-Krupp AG sagte am Morgen den für September 2000 geplanten Börsengang ihrer Stahlsparte ThyssenKrupp Steel ab. Grund sei die schwache Bewertung des Stahlsektors an den Börsen, teilte das Unternehmen in einer Pflichtveröffentlichung mit. Ferner teilte Thyssen-Krupp mit, im dritten Quartal ihre Ertragskraft weiter gestärkt zu haben. Für das gesamte Geschäftsjahr rechnet der Konzern nach eigenen Angaben mit einem Ergebnis, das deutlich über Vorjahresniveau liegt. Auch im kommenden Jahr sei mit einer Ergebnisverbesserung zu rechnen, hieß es.

Von großem Interesse für die Börsianer dürfte die andauernde Versteigerung der UMTS-Mobilfunklizenzen in Mainz sein. Die Auktion der deutschen UMTS-Mobilfunklizenzen wird dem deutschen Staat nach Analysteneinschätzungen rund 97 Mrd. DM einbringen, wie aus einer Reuters-Umfrage hervorgeht. Bis Dienstagabend gaben die sechs verbliebenen Bietergruppen Gebote über zusammen rund 43,8 Mrd. Euro (85,7 Mrd. DM) ab. Die Deutsche Telekom bietet über ihre Tochter T-Mobile für eine der begehrten Lizenzen. Am Dienstag hatte die T-Aktie um 2,2 % nachgegeben, was ein Teil der Händler auf die hohen Preise für die UMTS-Lizenzen zurückführte.

Bei den Nebenwerten im MDax werden die Halbjahreszahlen von Beiersdorf und die Quartalszahlen von Buderus erwartet. Die DePfa Deutsche Pfandbriefbank, die IVG Holding und die Wella AG nannten bereits vor Börsenbeginn ihre Halbjahreszahlen.

Um 14.30 Uhr MESZ werden in den USA die mit großer Spannung erwarteten Verbraucherpreise für Juli veröffentlicht. Von Reuters befragte Volkswirte erwarten für den Verbraucherpreisindex einen Anstieg um 0,1 % nach plus 0,6 % im Juni. In der Kernrate ohne Energiepreise und Nahrungsmittel werden die Preise wie bereits in den vergangenen drei Monaten mit plus 0,2 % gesehen. Nach dem Zehn-Jahres-Hoch mehrerer Ölsorten am Dienstag dürften die Marktteilnehmer am Mittwoch auch verstärkt auf die Ölpreise blicken, sagten Börsianer.



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