Vorbericht
Wall Street: Kauflaune hält sich in Grenzen

Nachdem die Technologie-Börse Nasdaq am Donnerstag überdurchschnittlich stark mit über drei Prozent verloren hat, gibt es am Freitag viel aufzuholen. Die Futures deuten für die Nasdaq ins Plus. Auch für den Dow Jones-Index sieht es nach einem guten Handelsstart aus.

NEW YORK. Die Kauflaune der Investoren hat in den letzten Tagen merklich abgenommen. Vielleicht liegt es daran, dass die Anleger schon zu viel Geld für Weihnachtsgeschenke ausgegeben haben. Allerdings nehmen auch die Befürchtungen an der Wall Street zu, dass die Aktien gemessen an den Unternehmensgewinnen zu hoch sind. Zahlreiche Gewinnwarnungen der vergangenen Tage trüben ebenfalls die Stimmung auf dem Parkett.

Die Angaben für das Bruttoinlandsprodukt wurden abermals revidiert. Die Wirtschaftsleistung schrumpfte im dritten Quartal um 1,3 statt der zuvor ermittelten 1,1 Prozent.

Nachdem es gestern ein guter Tag für Palm war, geht die Aktie heute vor Börsenbeginn auf Tauchstation. Anlass ist ein Gerichtsurteil, das unvorteilhaft für den Organizer-Produzenten ausgefallen ist. Ein Richter hat Xerox die Urheberschaft für das von Palm benutzte Handschrifterkennungssystem zugesprochen. Dabei handelt es sich um "Graffiti", das im Palm-Betriebssystem verwendet wird. Xerox hat die Patente, die 1997 angemeldet wurden, für diese Technologie für sich in Anspruch genommen und zuerkannt bekommen. Palms Interim-Chef Eric Benhamou ist sich nach wie vor sicher, dass keine Xerox-Patente verletzt würden. Er kündigte Berufung an.

Die Business Week schreibt in ihrer neuesten Ausgabe sehr überschwänglich über das Auktionshaus eBay. Es sei eines der wenigen Unternehmen, dem es sogar in einer Rezession gelinge, hohe Wachstumsraten zu erzielen. Zahlreiche Analysten werden in dem Artikel zitiert, die sich positiv über eBay äußern. Es gebe praktisch "keine wirkliche Konkurrenz" für das Auktionshaus. Es sei Weltmarktführer für die Vermittlung von Waren aller Art, hieß es. Obwohl die Aktie relativ hoch bewertet sei - sie steht zurzeit bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 145 auf Basis der 2002er-Gewinne - sei es gerechtfertigt, das Papier angesichts der Wachstumsrate zu kaufen.

Nortel Networks kann am Morgen mit guten Nachrichten aufwarten. Der Verlust wird im laufenden Quartal vermutlich geringer als bisher erwartet ausfallen. Allerdings fallen Belastungskosten durch Umstrukturierungsmaßnahmen in Höhe von 630 Millionen Dollar an. Das Papier verbessert sich vorbörslich um zehn Prozent.

Nike konnte mal wieder seit langem mit positiven Nachrichten aufwarten. Der größte Turnschuhhersteller der Welt konnte im vergangenen Quartal seinen Gewinn um acht Prozent verbessern. Die Analystenschätzungen konnte Nike übertreffen. Auch der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr. Dem Unternehmen sei es gelungen, die Kosten in den Griff zu bekommen, sagte der Vorstand bei der Vorlage der Vierteljahreszahlen. Zudem habe sich der Absatz in Ländern außerhalb Amerikas verbessert.

Rezession hin oder her: Haushaltswaren verkaufen sich in den USA immer noch gut. Marktführer Bed Bath & Beyond hat im Quartal, dass zum 30. November endete, einen Gewinn abgeliefert, der gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel geklettert ist. Auch der Umsatz konnte sich merklich in die Höhe schrauben. Auch der Expansionskurs geht fast ungebremst weiter - in 2002 sollen 88 neue Geschäfte eröffnet werden.

Microsoft - am Vortag größter Verlierer in Dow und Nasdaq wegen eines Sicherheitsproblems in Windows XP - ist in der Bredouille: Die Software-Verkäufe schwächeln. Die PC-Industrie beklagt sich in diesem Jahr das erste Mal seit 15 Jahren über abnehmende Rechner-Verkäufe. Microsoft versucht nicht nur mit seiner Spielkonsole X-Box, mit neuen Produkten Umsätze zu erzielen. Auch das Fernsehgeschäft soll ein wichtiges Standbein werden. Analysten äußern sich am Freitag überwiegend positiv im Wall Street Journal. Comcast , das den Kabelnetzbereich von AT&T für 72 Milliarden Dollar übernimmt, ist dabei ein wichtiger Faktor. Microsoft habe nun die Möglichkeit, zusammen mit Comcast weiterhin Software für Settop-Boxen und andere Möglichkeiten des interaktiven Fernsehens einzusetzen.

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