Vorerst keine finanzielle Hilfe aus Berlin
Cargolifter steht noch immer ohne Hilfe da

Auf der dringenden Suche nach neuem Geld hat der Luftschiffbauer Cargolifter von der Bundesregierung eine Absage bekommen. Jetzt ruhen die Hoffnungen auf Brandenburg.

dpa BERLIN. "Auf absehbare Zeit wird es keine finanziellen Zusagen der Bundesregierung geben", sagte am Montag ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums in Berlin. Er verwies darauf, dass das Unternehmen nicht alle erforderlichen Informationen zur Verfügung gestellt habe. Sowohl der "Nachweis der technischen Realisierbarkeit" als auch ein schlüssiges Finanzierungskonzept stünden noch aus.

Cargolifter ist dringend auf staatliche Unterstützung angewiesen, weil das Geld nach Angaben einer Firmensprecherin nur noch wenige Tage reicht. Am Unternehmenssitz in Berlin hieß es dazu, es seien weiterhin Gespräche mit dem Bundeskanzleramt und der Landesregierung von Brandenburg in Gang. Cargolifter entwickelt ein riesiges Luftschiff, das schwerste Lasten von bis zu 160 Tonnen transportieren soll.

Das Land Brandenburg berät über Hilfe

Die Hoffnungen ruhen nun vor allem auf Brandenburgs Landesregierung. Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) sagte der dpa: "Die brandenburgische Landesregierung wird jede vertretbare Möglichkeit nutzen, um Cargolifter als wichtigen Wirtschafts- und Innovationsfaktor zu stabilisieren. Wegen der nationalen Bedeutung der Luftschiff-Technologie gehen unsere Bemühungen auch auf Bundesebene weiter." Allerdings hat Potsdam weitere Unterstützung bislang von der Mithilfe des Bundes abhängig gemacht.

Die Finanzkrise bei Cargolifter, dessen Werftgelände sich im brandenburgischen Brand befindet, hatte sich in den vergangenen Tagen drastisch zugespitzt. Das Angebot einer Wandelanleihe brachte statt der erhofften 50 Millionen zunächst nur 3,8 Millionen Euro ein. Firmensprecherin Silke Rösser dementierte am Montag erneut Gerüchte über einen unmittelbar bevorstehenden Insolvenzantrag. "Für diese Woche können wir das ausschließen", sagte sie.

Nach Cargolifter-Angaben betragen die Verbindlichkeiten derzeit 3,5 Millionen Euro. Zur Finanzierung des Luftschiffs, das 2005 erstmals abheben soll, werden aber noch mindestens 380 Millionen Euro benötigt. Auf dem Spiel stehen knapp 500 Arbeitsplätze.

Nach Firmenangaben gab es auch am Montag Gespräche mit dem Bundeskanzleramt und der Staatskanzlei in Potsdam. Der stellvertretende brandenburgische Regierungssprecher Manfred Füger verwies am Montag allerdings auf ein längst bewilligtes Darlehen, das von Cargolifter mangels Hausbank nicht abgerufen werden könne. "Cargolifter muss unbedingt eine Bank finden, um dieses Geld in Anspruch nehmen zu können", sagte Füger.

Am Dienstag will sich das brandenburgische Kabinett mit der Lage von Cargolifter befassen. "Beschlossen wird aber voraussichtlich gar nichts", sagte Füger. "Wir brauchen zunächst Klarheit über das Finanzierungskonzept." Die brandenburgischen Bündnisgrünen forderten die große Koalition in Potsdam auf, ein Überbrückungsdarlehen zu bewilligen. "Die Landesregierung darf Cargolifter jetzt nicht im Stich lassen", erklärte die Grünen-Politikerin Cornelia Behm.

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