Vorerst keine Herbst-Rallye
Neuer Markt am Mittwoch angeschlagen

Überschattet von der Talfahrt des Euro, dem hohen Ölpreis und einem schwachen Ifo-Geschäftsklima-Index hat sich der Frankfurter Neue Markt am Mittwoch leichter präsentiert.

Reuters FRANKFURT: Der alle Werte des Neuen Marktes umfassende Nemax-All-Share-Index verlor 2,3 Prozent auf 5038,72 Punkte. Der Nemax-50-Index für die größten Werte in dem Segment fiel um 2,5 Prozent auf 5431,22 Punkte. Händler sprachen von einem angeschlagenen Markt. "Wir stehen vor einer Verkaufswelle", prognostizierte ein Händler. Selbst die guten Vorgaben der US-Computerbörse Nasdaq vom Vortag hätten den Neuen Markt nicht in seinem Fall auffangen können. "Privatanleger sind nicht mehr bereit, Positionen aufzubauen, die Institutionellen stehen auf der Abgeberseite", sagte ein Händler.

Am Abend waren die US-Vorgaben schwächer. Der technologielastige Nasdaq-Index notierte 0,3 Prozent schwächer bei 3852,36 Punkten. Der Dow-Jones-Index lag um 1,5 Prozent im Minus bei 10.620,22 Zählern. Schwächere Signale aus den USA könnten den Neuen Markt zusätzlich belasten, hieß es. Ein Händler sprach von "K.O.-Schlag"-Kriterien, durch die der Neue Markt bereits in den nächsten zehn Tagen um zehn Prozent nach unten gehen könnte. Ein anderer Börsianer bezeichnete das Sentiment am Markt als schlecht. Doch eine Panikstimmung sei noch nicht erreicht.

Nach dem drohenden Bankrott von Gigabell und den Spekulationen um die Zukunft von Infomatec fehle vielen Investoren der Mut, in den Markt einzusteigen. Nach der ausgebliebenen Sommerrally hoffe der Markt jetzt auf eine Herbstrally. Doch niemand wolle den ersten Schritt wagen.

Zu den größten Gewinnern am Neuen Markt gehörten die Aktien der Girindus AG, die um 15,5 Prozent fester schlossen. Das Unternehmen hatte am Mittwoch mittgeteilt, es habe mit der Aventis Pharmaceuticals Inc. ein Memorandum of Understanding zur Übernahme von deren Arzneiwirkstoff-Verfahrensentwicklungs- und Pilotproduktionsanlagen in Cincinnati/Ohio unterzeichnet. Konkrete Angaben zum Kaufpreis machte das Unternehmen nicht. Die Finanzkraft des Unternehmens werde durch die Akquisition nicht belastet, sondern eher gestärkt, hieß es.

Die Netlife AG hat Aufträge von der Postbank sowie von der Chase Manhatten Card Company Ltd. im Gesamtwert von über fünf Millionen DM erhalten, was von der Börse mit einem Plus von mehr als 11 Prozent honoriert wurde.

Zu den Verlierern gehörten die Aktien der Softline AG, nachdem das Unternehmen im Geschäftsjahr 1999/2000 (zum 30. Juni) einen Jahresfehlbetrag ausgewiesen hatte. Nach Steuern habe das Ergebnis minus 0,6 Millionen Euro betragen nach plus 0,97 Millionen Euro im Vorjahr, hieß es. Softline büßten 9,6 Prozent ein.

Auch Plambeck Neue Energien und Energiekontor - die Gewinner der Vortage - machten am Mittwoch Verluste. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen und verwiesen auf die Schwäche des Gesamtmarktes. Plambeck verloren 16,2 Prozent und Energiekontor 14,2 Prozent.

T-Online standen mit minus 5,7 Prozent nach Handelschluss ebenfalls auf der Verliererseite. Händler begründeten die Kursabschläge mit Sorge über das künftige Management des Unternehmens. Der Internet-Anbieter T-Online hatte sich am Mittwoch von seinem Vorstand für Produktmarketing, Ralf Eck, getrennt. "Wir werden in Kürze über die weitere Entwicklung und Nachfolge informieren", sagte Ulrich Lissek, Sprecher der T-Online-Mutter Deutsche Telekom der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwochnachmittag. Gründe für die Trennung nannte der Konzernsprecher nicht.

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