Vorerst keine Video-Botschaft
Bin Laden plant neuen Anschlag in den USA

Der Chef der radikalislamischen Organisation El Kaida, Osama bin Laden, ist nach Informationen eines arabischen Journalisten wohlauf und plant einen neuen Anschlag in den USA.

Reuters LONDON. Abdel-Bari Atwan, Chefredakteur des in London erscheinenden Magazins "al-Quds al-Arabi" sagte am Montag, Bin Ladens Gefolgsleute hätten ihm mitgeteilt, das El Kaida habe sich nach dem US-Angriff auf ihre Stellungen in Afghanistan neu formiert. "Ihren Aussagen zufolge wird es offenbar einen Angriff innerhalb der USA geben; denn das würde die größte Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit bedeuten", sagte Atwan.

Bin Ladens Leute hätten ihm zudem berichtet, er sei im Dezember bei der Schlacht um die Höhlenfestung Tora Bora in Afghanistan von einem Splitter an der Schulter verletzt worden. "Er ist jetzt bei guter Gesundheit", sagte Atwan, der den aus Saudi-Arabien stammenden Bin Laden 1996 interviewte und dem gute Verbindungen zum Umfeld Bin Ladens nachgesagt werden. Bin Laden sei in einem Krankenhaus in Pakistan behandelt worden.

Die USA machen Bin Laden und seine Kaida für die Angriffe auf die USA am 11. September verantwortlich. Dabei kamen mehr als 3 000 Menschen ums Leben.

Zorn auf USA

Atwan zufolge deuteten die Gefolgsleute an, ein Anschlag stehe kurz bevor, da das politische Klima in der arabischen Welt günstig sei. Viele Araber seien zornig über die Unterstützung Israels durch die USA und über angebliche US-Pläne, die irakische Regierung zu stürzen. "Es gibt sehr viel Wut in der arabischen Welt, und sie wollen den Zeitpunkt für einen Angriff so wählen, dass sie daraus Kapital schlagen können", sagte Atwan.

Bin Ladens Leute hätten ihm zudem gesagt, er werde sich zwar wieder äußern, aber vorerst nicht auf Video, sagte Atwan. "Er wird erst wieder erscheinen, nachdem seineLeute die Amerikaner erneut angegriffen haben."

Die Schlacht um Tora Bora im Osten Afghanistan brachte das Aus für die Radikalislamisten der Taliban, die fünf Jahre lang fast das gesamte Land beherrschten und der international operierenden El Kaida Unterschlupf gewährten. Die USA und ihre Verbündeten in der Koalition gegen den Terrorismus hatten in den Höhlen auch Bin Laden und die übrige Kaida-Führung zu stellen gehofft. Untergetaucht ist auch Taliban-Chef Scheich Mohammad Omar.

Über den Aufenthaltsort Bin Ladens hätten die Gefolgsleute nicht gesprochen, sagte Atwan.

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