Vorerst keine weiteren Zinssenkungen der US-Notenbank erwartet
US-Daten belasten Europäische Börsen

Die europäischen Börsen sind am Mittwoch teilweise deutlich leichter aus dem Handel gegangen. Händler führten die Verluste auf die schlechten Nachrichten aus den USA zurück.

Reuters. Nach dem unerwartet starken Anstieg der US-Verbraucherpreise um 0,6 % im Januar gingen viele Marktteilnehmer davon aus, dass vorerst keine weiteren Zinssenkungen der US-Notenbank zu erwarten seien, sagten Händler. Der befürchtete Einbruch der amerikanischen Börsen sei allerdings ausgeblieben, hieß es.

Der US-Technologie-Index Nasdaq Composite tendierte am Abend (MEZ) 0,22 % höher bei 2323,65 Punkten. Der Dow Jones verlor 0,64 % auf 10 662,46 Zähler.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz fiel bis gegen 19.25 Uhr MEZ um 1,01 % auf 4193,23 Punkte, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) um 1,47 % auf 4415,01 Punkte nachgab.

LONDON - Glaxo und Astra limitieren Verlust

An der Londoner Börse haben die Kursgewinne bei Glaxo-Smith-Kline und Astra-Zeneca den Rückgang des FTSE limitiert. Das Börsenbarometer schloss um 0,13 % tiefer auf 5972,4 Zählern. Astra profitierten von der Zulassung eines Medikamentes und stiegen um 8,85 % auf 3141 Pence. Glaxo zogen nach der Vorlage von Geschäftszahlen um 4,07 % auf 1915-1/9 Pence an. Unter Druck standen unterdessen die Telekom - und Technologiewerte. Vodafone verloren 3,55 % auf 187-9/29 Pence. ARM verbilligten sich um 6,46 % auf 369 Pence.

ZÜRICH - Finanztitel belasten

Die Schweizer Börse ist nach Aussagen von Händlern von den Verlusten der Finanzwerte unter Druck gesetzt worden. Der SMI verlor 0,89 % auf 7637,10 Punkte. Die Gesamtstimmung sei schlecht, hieß es. Viele Anleger fürchteten eine anhaltende Baisse. Daher sei eine Trendwende derzeit nicht in Sicht, obwohl die Finanzbranche überverkauft sei. UBS und CS Group rutschten bei hohen Umsätzen um 4,57 % auf 261 sfr beziehungsweise um 3,16 % auf 306 Euro ab. Zulegen konnten unterdessen die so genannten defensiven Titel Nestle und Novartis. Nestle legten in Erwartung ihrer Geschäftszahlen am Freitag um 1,74 % auf 3500 sfr zu. Novartis festigten sich um 0,89 % auf 2820 sfr.

PARIS - Inflationsängste belasten

In Paris wurden die Aktien Marktteilnehmern zufolge von Inflationsängsten und von der Besorgnis über die Gewinnentwicklung der Technologiebranche unter Druck gesetzt. Der CAC40 schloss 1,34 % niedriger bei 5474,37 Punkten. Das Abwärtspotenzial sei allerdings durch die Gewinne einiger Titel der "Old Economy" limitiert worden, hieß es. Peugeot legten nach der Vorlage von Geschäftszahlen 5,11 % auf ein Allzeithoch von 302,20 Euro zu. Der Konkurrent Renault gewann 3,19 % auf 58,20 Euro. Auf der Verliererseite standen unter anderem Air France, die nach einer Herabstufung 5,38 % auf 20,92 einbüßten. Unter den Technologiewerten verbüßten Alcatel ein Minus von 4,22 % auf 46,50 Euro.

MAILAND - Bankaktien unter Druck

Die italienischen Aktienwerte haben am Mittwoch unter Führung der schwachen Bankentitel nachgegeben. Der Mib30 verlor 0,56 % auf 40 871 Stellen. Schwache Gewinnaussichten hätten die Finanzwerte unter Druck gesetzt, sagten Marktteilnehmer. Banca Intensa verloren 0,21 % auf 4,80 Euro. Die Telekom - und Technologiewerte konnten sich unterdessen behaupten. Telecom Italia gewannen 0,9 % auf 12,07 Euro und das Schwergewicht Olivetti festigte sich um 0,77 % auf 2,355 Euro.

MADRID - Telefonica-Familie unter Druck

An der madrilenischen Börse haben Händlern zufolge Verluste der Telefonica-Familie den Gesamtmarkt belastet. Telöefonica verlor 2,03 % auf 17,86 Euro und die Mobilfunktochter Telefonica Moviles 4,6 % auf 8,30 Euro. Der Ibex büßte 0,91 % auf 9592,1 Stellen ein. Angesichts der schlechten Vorgaben hätten die Verluste nicht überrascht, die hohen Umsätze seien allerdings Besorgnis erregend, sagte ein Händler. Der Stahlkonzern Aceralia, der mit der Luxemburger Arbed und der französischen Usinor fusionieren will, legte nach vorübergehenden Gewinnmitnahmen 4,15 % auf 14,79 Euro zu. Gefragt waren auch Werte der traditionellen Branchen wie beispielsweise Ferrovial oder Dragados. Die Aktien verteuerten sich um 3,6 % auf 17 Euro beziehungsweise um 2,39 % auf 13,69 Euro.

AMSTERDAM - Auf 14-Monats-Tief

Der niederländische Börsenindex AEX ist am Mittwoch auf einem 14-Monats-Tief aus der Sitzung gegangen. Das Börsenbarometer schloss 1,27 % tiefer 603,44 Punkten. Im Tagesverlauf war er sogar unter die psychologisch wichtige Marke von 600 Punkten gefallen. Unter Druck standen vor allem die Technologiewerte, nachdem einige US-Mitbewerber kürzlich rückläufige Einnahmen prognostiziert hätten, sagten Händler. ASM Lithography verloren 5,1 % auf 25,30 Euro und KPN 3,54 % auf 12,79 Euro. Gegen den Markttrend legte der Einzelhandelskonzern Ahold 1,24 % auf 34,34 Euro zu.

WIEN - Gewinnmitnahmen

Die österreichischen Aktienwerte tendierten am Mittwoch schwächer. Der ATX schloss 0,46 % leichter bei 1204,14 Zählern. Das Geschehen sei von Gewinnmitnahmen bei mehreren Unternehmen geprägt worden, sagten Börsianer. Mayr-Melnhof verloren 3,89 % auf 54,30 Euro, VA Tech 2,74 % auf 35,50 Euro und OMV 1,41 % auf 89,05 Euro. In Anbetracht des schwachen europäischen Umfeldes habe sich der ATX gut behauptet, hieß es. Sollte sich das Börsenbarometer über der psychologisch wichtigen Marke von 1200 Punkten halten, könne dies dem Markt zusätzliche Stärke verleihen.

BRÜSSEL - Fortis und KBC belasten

In Brüssel wurde Händlern zufolge das Börsenbarometer von den Verlusten der Banken unter Druck gesetzt. Der Bel20 verlor 0,46 % auf 2979,08 Stellen. Das Schwergewicht Fortis rutschte um 2,2 % auf 31,60 Euro und KBC ebenfalls um 2,2 % auf 48,85 Euro ab. Gegen den Branchentrend legten Dexia 1,61 % auf 177,20 Euro zu. Nach Aussagen von Börsianern wird dieser Wert von vielen Anlegern als "sicherer Hafen" angesehen. Hohe Umsätze seien bei Interbrew verzeichnet worden, die sich um 0,33 % auf 30,85 Euro verteuerten. Die belgische Regierung hatte zuvor die Klage vor dem Europäischen Gerichtshof gegen die Entscheidung Großbritanniens, dass Interbrew seine Beteiligung an Bass verkaufen müsse, angekündigt.

STOCKHOLM - Technologiewerte belasten

Die Stockholmer Börse ist nach Aussagen von Händlern unter dem Druck der Verluste bei den Technologiewerten schwächer aus der Sitzung gegangen. Der OMX fiel um 0,63 % auf 981,01 Zähler. Die Schwergewichte Ericsson und Nokia verbilligten sich um 2,31 % auf 84,50 skr beziehungsweise um 2,57 % auf 246 skr. Viele Titel seien zwar überverkauft, angesichts der schlechten Grundstimmung sei aber keine Trendwende in Sicht, hieß es. AstraZeneca verteuerten sich nach der Zulassung eines Medikamentes um 8,61 % auf 448 skr.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%