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Vorfreude auf Europapokal-Knaller steigt

Bayern München bekommt einen Torhüter-Gipfel, Werder Bremen das begehrte Rendezvous und Bayer Leverkusen seine Wunschreise.

dpa HAMBURG. Bayern München bekommt einen Torhüter-Gipfel, Werder Bremen das begehrte Rendezvous und Bayer Leverkusen seine Wunschreise.

Im Achtelfinale der Fußball-Champions-League steht Rekordmeister FC Bayern nicht nur vor einer schweren Aufgabe gegen den englischen Meister FC Arsenal London, sondern auch vor einem brisanten Duell der Rivalen Oliver Kahn und Jens Lehmann. Beim deutschen Meister Werder Bremen freuen sich vor allem die Franzosen Johan Micoud und Valerien Ismael auf das Treffen mit den Landsleuten von Olympique Lyon. Für Bayer Leverkusen geht mit den Partien gegen Dietmar Hamanns englischen Club FC Liverpool ein Wunsch in Erfüllung.

Bei der Auslosung in Nyon kam das Bundesliga-Trio insgesamt recht glimpflich davon. Die ganz großen Teams bleiben in der Runde der letzten 16, die am 22./23. Februar und 8./9. März 2005 ausgespielt wird, unter sich. Europacup-Krösus Real Madrid spielt gegen Juventus Turin, der FC Barcelona gegen den FC Chelsea und Manchester United gegen den AC Mailand. Titelverteidiger FC Porto muss gegen Inter Mailand ran.

In der 3. Runde des Uefa-Cups erwischte Schalke 04 mit Champions-League-Absteiger Schachtjor Donezk das wohl schwerste Los. Sollte sich Schalke am 16./17. und 24. Februar durchsetzen, winkt im Achtelfinale ein Duell mit Alemannia Aachen. Der einzige Zweitligist im Wettbewerb bestreitet ein Nachbarschafts-Duell mit AZ Alkmaar aus den Niederlanden und hat in Köln zuerst Heimrecht. Der VfB Stuttgart reist zum FC Parma, der zwei Mal den Uefa-Cup gewann.

Als hätte er es geahnt, blieb der mit dem DFB-Team auf Asienreise befindliche Oliver Kahn in Busan total gelassen. "Man darf nichts auslassen im Leben. Jens und ich haben wohl instinktiv gewusst, dass wir das auch noch durchstehen müssen", sagte der 35-Jährige, der mit Lehmann um den Stammplatz im Tor kämpft. "Das wird jetzt zum großen Duell hochstilisiert werden, aber da spielen nicht Kahn und Lehmann gegeneinander. Da sind auch jeweils zehn andere auf dem Platz." Die Frage ist, ob Lehmann, der bei den "Gunners" zuletzt die Bank drücken musste, gegen die Bayern überhaupt ran darf.

Nationalteam-Manager Oliver Bierhoff warnte vor einem neuerlichen Anheizen der Debatte um die Nummer 1. "Ein bisschen sollte man den Dampf rausnehmen." Kahn geht mit einem guten Gefühl ins Heimspiel am 22. Februar: "Wir haben zuletzt gegen Manchester gut ausgesehen und meines Wissens gegen Arsenal noch nie verloren." 2001 setzte sich Bayern in der Zwischenrunde (1:0/2:2) durch und gewann später die Champions League. Dies ist laut Trainer Felix Magath auch diesmal möglich: "Mit Arsenal und Bayern treffen zwei Teams aufeinander, die die Champions League gewinnen können."

Ein Positiverlebnis hat auch Werder Bremen im Hinterkopf: Gegen Lyon drehten die Bremer 1999/2000 in der 3. Uefa-Cup-Runde nach einem 0:3 zu Hause mit 4:0 den Spieß um. "Lyon ist ein Underdog in der Champions League, aber viele verkennen die Stärke von Olympique. Die Chancen stehen gut für uns", sagte Nationalspieler Tim Borowski. Etwas Besonderes ist das Duell mit dem dreimaligen französischen Meister auch für Klaus Allofs, der drei Jahre in Frankreich kickte. "Wenn Olympique ausscheidet, würde mir das auch ein bisschen Leid tun", sagte Werders Manager. Wie Bayern bestreitet Bremen das erste Spiel gegen den Elber-Club zu Hause, allerdings erst am 23. Februar.

Leverkusen muss am 22. Februar wunschgemäß für Kapitän Jens Nowotny nach England reisen. Der FC Liverpool wartet auf Bayer, das die Vorrunde als Gruppensieger abschloss. "Wenn man sich die anderen Kracher in der Auslosung anschaut, können wir zufrieden mit diesem Los sein", sagte Trainer Klaus Augenthaler. Nowotny erinnerte sich gern an den 4:2-Heimsieg gegen die "Reds", mit dem Bayer 2002 ins Halbfinale einzog. Das Rückspiel am 9. März in der Bayarena ist bereits ausverkauft.

Wenig Begeisterung kam dagegen bei den Schalkern auf. "Schwere Reise, scheres Los. Härter hätte es uns nicht treffen können", meinte Manager Rudi Assauer. Immerhin: Die "Knappen" dürfen wie Stuttgart zuerst auswärts antreten. "Ich freue mich über dieses tolle Los", schwärmte VfB-Trainer Matthias Sammer. "Wir wollen Parma schlagen und in die nächste Runde kommen."

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