Vorgaben aus den USA belasteten die Märkte
Europäische Börsen kräftig im Minus

Die europäischen Börsen haben am Dienstag mehrheitlich mit hohen Verlusten geschlossen. Schlechte Vorgaben aus den USA vom Vortag und eine neue Reihe von Gewinnwarnungen nach US-Börsenschluss waren nach Angaben von Händlern die Ursache für die Kursverluste.

Reuters FRANKFURT. An allen europäischen Handelsplätzen gerieten Technologie- und Telekomwerte unter Druck, nachdem unter anderem der Softwarehersteller Ariba oder das Internet-Technologieunternehmen Inktomi für das zweite Quartal Verluste angekündigt hatten. Bei beiden Unternehmen hatten Analysten mit wesentlich besseren Ergebnissen gerechnet.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz notierte am Abend mit einem Abschlag von 3,4 Prozent bei 3853 Punkten, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) 3,7 Prozent auf 4035 Zähler nachgab. Die US-Börsen notierten zur selben Zeit ebenfalls mit gewaltigen Abschlägen. Der Dow-Jones-Index büßte 2,5 Prozent auf 9545 Zähler ein, der technologielastige Nasdaq-Index fiel um mehr als fünf Prozent auf 1693 Punkte.

Lodnon: Telekomtitel belasten den Markt

Die Londoner Börse schloss unter Führung von Telekom - und Technologietiteln mit Verlusten. Der FTSE-Index ging mit einem Verlust von 2,8 Prozent bei 5463 Punkten aus dem Handel. Die Aktien der IT-Beratungsfirma CMG fielen um mehr als 19 Prozent, die Titel von Telekomausrüster Marconi verloren 12,3 Prozent, Indexschwergewicht Vodafone verbilligte sich um knapp fünf Prozent, und British Telecom schlossen mehr als vier Prozent schwächer.

Zürich: SAirGroup-Kurs stürtzt ab

Die Schweizer Börse hat schwächer geschlossen. Der SMI-Index verlor 2,3 Prozent auf 6870 Punkte. Neben den Aktien von SAirGroup verloren auch Technologie- und Finanztitel im Sog schwacher US-Börsen an Wert. SAirGroup brüßten nach der Veröffentlichung eines schwachen Jahresergebnisses am Vortag um rund 30 Prozent ein, schlossen dann allerdings mit einem Minus von 21 Prozent bei 140 sfr. Unter Druck standen auch erneut die Titel von ABB, die um knapp ein Prozent schwächer bei 105 Euro schlossen. Bei den Technologietiteln verloren Kudelski mehr als neun Prozent, Logitech fielen um mehr als sechs Prozent und Esec Holding schlossen um mehr als zehn Prozent schwächer.

Paris: Technologie- und Finanzwerte unter Druck

Der Pariser Aktienmarkt wurde insbesondere von Technologie- und Telekomwerten in die Tiefe gezogen. Der Blue-Chip-Index CAC40 ging mit einem Verlust von knapp vier Prozent bei 5004 Punkten aus der Sitzung. Unter Druck geriet der Telekomausrüster Alcatel nach der Mitteilung, 1100 Stellen in den USA zu streichen. Die Titel schlossen 9,4 Prozent schwächer bei 30,59 Euro. Der Chiphersteller STMicroelectronics geriet ebenfalls unter Druck, die Aktien verloren mehr als sieben Prozent. Unter den Finanzwerten sanken Axa mehr als fünf Prozent.

Mailand: Mib30-Index schließt auf Tagestief

Die italienischen Aktienwerte haben den Handelstag auf ihren Tagestiefs beendet. Der Mib30-Index schloss 2,8 Prozent schwächer bei 38.039 Punkten. Die Verluste betrafen alle im Index enthaltenen Aktien. Die Aktien von Olivetti schlossen knapp zwei Prozent schwächer, Telecom Italia Mobile fielen um mehr als drei Prozent, und die Titel des Mulitmedia Unternehmens Seat Pagine verbilligten sich um mehr als sieben Prozent. Telecom Italia büßten 0,9 Prozent ein. Die Papiere der Fondsgesellschaften Bipop und Fideuram fielen um bis zu 6,4 Prozent.

Madrid: Schwacher Start von Iberia

Die Börse in Madrid ging im europäischen Trend mit Verlusten aus dem Handel. Der Ibex-35 gab bis Sitzungsende 3,4 Prozent auf 9011 Punkte ab. Der Einstand der Fluggesellschaft Iberia fiel schlecht aus, die Aktien schlossen 1,7 Prozent unter ihrem Ausgabepreis von 1,19 Euro bei 1,17 Euro. Händler hatten von vornherein einen schwachen Start erwartet. "Der Iberia-Preis ist vernünftig, allerdings erwarte ich unter den derzeitigen schwachen Marktbedingungen keinen Kursflug", hatte ein Händler gesagt. Auch Finanzwerte gerieten unter Druck, die Aktien von BSCH fielen um fünf Prozent. Indexschwergewicht Telefonica verlor 3,6 Prozent auf 17,55 Euro.

Amsterdam: Technologietitel gaben nach

Die niederländischen Aktienwerte gerieten unter Führung von Technologiewerten deutlich unter Druck. Der AEX-Index schloss 3,3 Prozent schwächer bei 539 Punkten. Insbesondere Technologietitel mussten Kursabschläge hinnehmen. Größter Verlierer waren die Anteile der Datenkommunikationsfirma Versatel, die um mehr als 23 Prozent auf 4,28 Euro fielen. Wettbewerber KPNQwest verbilligte sich um 13,2 Prozent auf 10,05 Euro. Auch die Finanztitel gerieten unter Abgabedruck. Aegon fielen um mehr als 31 Prozent, die Aktien von ABN Amro gaben 3,3 Prozent ab.

Wien: Börse schließt behauptet

Die österreichischen Aktienwerte konnten sich gegen den europäischen Trend stemmen und behauptet schließen. Der AEX ging mit einem relativ leichten Verlust von 0,5 Prozent aus der Sitzung. Die Technologieschwäche machte aber auch vor dem Wiener Finanzplatz nicht Halt und zog die Aktien von Libro mit in die Tiefe. Die Titel fielen um mehr als acht Prozent auf 10,42 Euro. Telekom Austria verloren rund drei Prozent auf 5,70 Euro, Cybertron verbilligten sich nach der Vorlage von enttäuschenden Ergebnissen am Vortag um 5,5 Prozent. Zulegen konnten dagegen die Papiere von Generali Holding, die um 2,8 Prozent anzogen.

Brüssel: Verlusten bei Banken

Der Börse in Brüssel schloss mit Verlusten, wobei Kursgewinne bei den Aktien von Delhaize, Electrabel und Interbrew Kursverluste bei den Finanztiteln etwas abfangen konnten. Der Bel-20-Index verlor 1,2 Prozent auf 2844 Zähler. Indexschwergewicht Fortis fiel um mehr als drei Prozent, die Titel des Bankhauses KBC schlossen 1,3 Prozent schwächer. Die Papiere des Pharmakonzerns UCB gaben mehr als fünf Prozent ab, was Händler auf eine sehr große Spanne zwischen dem An- und Verkaufkurs zurückführten. Die Aktien des Versorgers Electrabel gewannen knapp ein Prozent, Delhaize stiegen um 1,2 Prozent. Die Titel der Brauerei Interbrew legten mehr als zwei Prozent auf 30,38 Euro zu.

Stockholm: Ericsson und Nokia belasten den Markt

Die Stockholmer Börse schloss deutlich schwächer mit Verlusten im Telekom - und Bankensektor. Der OMX-Index notierte 2,8 Prozent niedriger bei 788 Punkten. Deutliche Verluste verzeichnete der Mobilfunkhersteller Ericsson. Die Titel verloren mehr als sechs Prozent. Die Aktien von Nokia fielen um mehr als sieben Prozent. Finanzgruppe Nordea geriet ebenfalls unter Druck, die Titel fielen um mehr als vier Prozent auf 58,50 Euro.

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