Vorgänger Fort wird Interims-Nachfolger
Tyco-Chef Kozlowski zurückgetreten

Dennis Kozlowski, der umstrittene Chef des US-Mischkonzerns Tyco International, ist am Montag überraschend zurückgetreten.

Reuters NEW YORK. Der langjährige Tyco-Chef John Fort wird den Konzern interimsweise lenken, bis ein Ersatz gefunden ist. Fort leitete Tyco bereits von 1982 bis 1992.

Das Unternehmen nannte persönliche Gründe für den Schritt Kozlowskis. Der Konzern machte zugleich deutlich, am geplanten Verkauf der Finanzsparte CIT festzuhalten. CIT soll den Angaben nach bis Ende Juni vollständig über einen Börsengang abgegeben werden.

Der 55-jährige Kozlowski leitete den Konzern seit knapp zehn Jahren und war verantwortlich für den Aufstieg des Unternehmens zu einem weltweiten Konglomerat, das nach mehreren hundert Akquisitionen über eine Produktpalette von elektrischen Komponenten bis zu Feuerlöschern verfügt.

Diese Expansionsstrategie geriet jüngst ins Kreuzfeuer, als Fragen über die Bilanzierungsmethoden auftauchten und die Gewinne die Erwartungen verfehlten. Am Montag berichtete die "New York Times" zudem unter Berufung auf Staatsanwälte, es werde ermittelt, ob Kozlowski im US-Bundesstaat New York die Umsatzsteuer vermieden habe.

Tyco hofft nun über den Börsengang der CIT-Sparte rund sieben Milliarden Dollar einzunehmen. Nach Angaben aus mit der Situation vertrauten Kreisen war zuletzt der geplante Verkauf der CIT für etwa fünf Milliarden Dollar an die Investmentbank Lehman gescheitert.

Vor rund einem Jahr hatte Kozlowski indes noch etwa 10 Milliarden Dollar für die Sparte bezahlt und das Geschäft als sein wahrscheinlich bislang bestes bezeichnet. Dies hatte er später zurückgenommen und gesagt, er bedaure den Kauf, da die Schulden den Aktienkurs Tycos drückten.

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