Vorläufige Quartalszahlen
T-Online bei steigenden Umsätzen in der Verlustzone

Der Internet-Anbieter T-Online hat im ersten Quartal 2001 weiter rote Zahlen geschrieben, lag mit Umsatz und Verlust jedoch besser als von Analystern erwartet.

DÜSSELDORF. Wie die Tochter der Deutschen Telekom am Donnerstag mitteilte, lag der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bei 66,4 Mill. Euro. Der Umsatz sei in den ersten drei Monaten des Jahres um 61,2 % auf 280,2 Mill. Euro gestiegen. Analysten waren im Vorfeld von einem deutlich höheren Minus von bis zu 73,8 Mill. Euro ausgegangen.

Grund für die dennoch deutlichen Verluste waren dem Unternehmen zufolge Belastungen durch ausländische Tochtergesellschaften sowie hohe Kosten für die mittlerweile abgeschaffte Flatrate für zeitlich unbegrenztes Surfen im Internet. Der entstandene Schaden für das Unternehmen durch die Flatrate könne noch nicht beziffert werden, sagte T-Online-Sprecherin Dagmar Nielsen zu Handelsblatt.com. Zur Eindämmung der Verluste bei T-Online und den ausländischen Tochtergesellschaften habe das Unternehmen bereits seit dem 1. März neue Tarife eingeführt und eine stärkere Kostenkontrolle umgesetzt.

Experten kritisieren schlechtes Portalgeschäft

Analysten kritisierten heute die rückläufige Entwicklung des Portalgeschäftes (E-Commerce, elektronischer Handel und Werbebanner), im Vergleich zum Ende des vergangenen Jahres. So sei Skepsis vor allem vor dem Hintergrund der neuen Strategie von T-Online angebracht, die Erlöse aus dem Portalgeschäft bis 2004 auf 30 % vom gesamten Umsatz zu erhöhen, sagte Klaus Baumann von SES Research.

Kritik, die T-Online-Sprecherin Nielsen nicht teilt, da der Dezember vergangen Jahres auf Grund des Weihnachtsgeschäftes einen schlecht gewählten Vergleichszeitraum darstelle. Durch die im März verkündete Strategie bemühe sich das Unternehmen attraktiver zu werden. So seien die Kooperation mit dem ZDF und dem Joint Venture mit Bild.de wichtige Schritte zur Steigerung der Portalumsätze eingeleitet worden. Zudem werde der B2C Bereich ausgebaut. In einer Kooperation mit Daimler-Chrysler würden eine Reihe gemeinsamer Automobilportale aufgebaut.

Auch Michelle Lang Analystin bei Sal. Oppenheim betonte, es sei wichtig für das Neue-Markt-Unternehmen, das höherwertige Geschäft mit Bannerwerbung und elektronischem Handel zu steigern, wenn T-Online zum Internet-Medienhaus werden wolle. Die Analystin hofft, dass sich die angekündigten Inhalte-Kooperation mit dem ZDF oder Springer positiv auf das Geschäft auswirken und den Rückgang der Erlöse durch die reduzierten Werbeausgaben des Mutterkonzerns Deutsche Telekom AG kompensieren werden.

Access-Geschäft treibt Umsätze hoch

Neben den für die Zukunft strategisch wichtigen Portalgeschäft erwies sich jedoch nach Angaben von T-Online das Geschäft mit Internetzugängen (Access-Geschäft) als wichtiger Umsatztreiber. Der Umsatz in diesem Bereich belaufe sich auf insgesamt 241,8 Mill. Euro, dies entspreche einer Zunahme um mehr als 22 % gegenüber dem vierten Quartal 2000. Dies sei zum einen auf das starke Kundenwachstum und zum anderen auf die stetig steigende Nutzung aller Tarife, insbesonders beim eco-Tarif, zurückzuführen.

Demnach sei die Kundenzahl in Deutschland bis Ende März auf 7,09 Millionen gestiegen. Dies entspreche einem Anstieg von 8,6 % gegenüber dem Vorjahresstand. Mit allen Auslandsbeteiligungen, wie Club Internet in Frankreich, komme T-Online auf 8,67 Millionen Kunden oder 9,2 % mehr als ein Jahr zuvor, teilte das Unternehmen weiter mit.

Gewinnmitnahmen lassen Aktie fallen

Die im Blue Chip-Index Nemax50 des Neuen Marktes notierten T-Online-Aktien fielen am Nachmittag in einem schwächeren Gesamtmarkt um mehr als 4 % auf 13,84 Euro. Händler führten dies auf Gewinnmitnahmen nach den Kursgewinnen der vergangenen Zeit zurück.

Die Analysten der Deutschen Bank betrachten die Aktie des Internet-Dienstleisters auf ihrem jetzigen Niveau als "fair bewertet". Die Einstufung mit "market perform" werde deshalb beibehalten, teilte die Deutsche Bank mit.

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