Vorläufige Zahlen für das erste Halbjahr nach oben korrigiert
Porsche stellt Ergebnisziel unter Irak-Vorbehalt

Trotz der flauen Konjunktur und des drohenden Kriegs im Irak hält der Sportwagenhersteller Porsche an seinen Umsatz- und Ergebnisplanungen für das Geschäftsjahr 2002/03 (zum 31. Juli) fest. Die Folgen einer Eskalation im Irak seien aber nicht absehbar, warnte Porsche zugleich am Montag.

HB/rtr STUTTGART. Der erfolgreich gestartete Gelände-Sportwagen "Cayenne" soll im laufenden Geschäftsjahr die voraussichtlichen Einbußen in den beiden Sportwagen-Baureihen 911er und Boxster wett machen. Dank der starken Nachfrage nach dem neuen Modell werde der Absatz erneut um mehr als 10 000 auf 65 000 (2002: 54 234) steigen, obwohl die anderen Sportwagen angesichts der Konjunkturflaute die Verkaufszahlen des Vorjahres nicht mehr erreichten. Umsatz und Ertrag sollen mit Hilfe des "Cayenne" ebenfalls noch einmal zulegen. Im Sportwagensegment setzt das Unternehmen auf neue Modelle. So kommt noch in diesem März der neue GT3 auf den Markt. Auf dem Genfer Automobilsalon, der in dieser Woche beginnt, erlebt der Hochleistungssportwagen Carrera GT seine Weltpremiere.

Porsche könne sich der Abkühlung der Konjunktur nicht völlig entziehen, teilte das Stuttgarter Unternehmen bei Vorlage seiner endgültigen Halbjahreszahlen kurz vor Beginn des Genfer Automobilsalons mit. Vor allem der Boxster, der sich für Porsche-Verhältnisse an ein weniger zahlungskräftiges Publikum richtet, gilt als konjunkturabhängig. Von dem kleineren Modell wurden im ersten Halbjahr 7,3 % weniger gebaut als ein Jahr zuvor. Vom Cayenne, dessen Produktion im September 2002 angelaufen war, hatte Porsche schon vor dem Verkaufsstart Anfang Dezember 25 000 Einheiten abgesetzt, die ganze Produktion eines normalen Geschäftsjahres. Gebaut werden bis Ende Juli 2003 aber noch deutlich weniger.

Porsche stellte seine Geschäftsaussichten weiter unter den Vorbehalt eines Irak-Krieges. Weitere negative Einflüsse auf den Geschäftsverlauf durch eine Eskalation der Lage könnten nicht ausgeschlossen werden. Schon die Diskussion um den Krieg habe zu Verkaufszurückhaltung geführt. Ende Januar hatte Vorstandschef Wendelin Wiedeking bereits auf der Hauptversammlung erklärt, er rechne mit einem Rekordgewinn "zumindest für den Fall, dass uns nicht das drohende kriegerische Ereignis im Nahen Osten das Geschäft verhagelt".

Die endgültigen Geschäftszahlen für das am 31. Januar zu Ende gegangene erste Halbjahr fielen etwas besser aus als das Unternehmen vor sechs Wochen geschätzt hatte. Der Gewinn vor Steuern kletterte um 19 % auf 185,7 Mill. ?, nach Steuern blieben 102,0 Mill. ? übrig, 14 % mehr als vor Jahresfrist. Der Konzernumsatz stieg um 20 % auf 2,21 Mrd. ? und damit stärker als der Absatz, der um 5,3 % auf 24 727 Einheiten zulegte. Ohne die zum ersten Mal einbezogenen Umsätze der Finanzierungs- und Leasingtochter wäre der Umsatz um 10,1 % gewachsen.

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