Vorlage des Geschäftsberichts 2000
Orbis bleibt hinter Erwartungen zurück

Das Software-Beratungshaus Orbis AG ist im Geschäftsjahr 2000 hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben und hat Analysten mit seinen vorläufigen Zahlen enttäuscht. Der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) habe sich einschließlich der Kosten des Börsengangs (2,2 Mill. Euro) auf 7,6 Mill. Euro nach einem Ebit-Gewinn von 1,5 Mill. Euro im Vorjahr belaufen, sagte Vorstandssprecher Klaus Kieren am Freitag in einer Telefonkonferenz.

Reuters FRANKFURT. Erwartet habe Orbis einen Ebit-Verlust von 0,7 Mill. Euro ohne die Kosten des Börsengangs. Der Umsatz habe sich zwar auf 24,2 Mill. Euro von 21,7 Mill. Euro verbessert, sei jedoch wegen eines schwachen Lizenzgeschäfts im vierten Quartal hinter den geplanten 26,8 Mill. Euro zurückgeblieben. Für 2001 rechne Orbis mit einem Umsatz von rund 40 Mill. Euro und einem deutlich positiven Ebit, hieß es.

Der Kurs der am Neuen Markt notierten Orbis-Aktie gab nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen in der Spitze um mehr als 20 % auf ein neues Allzeittief von 2,45 Euro ab. "Die Geschäftszahlen haben den Markt enttäuscht", sagte ein Händler.

Den Jahresfehlbetrag bezifferte Orbis mit 3,5 Mill. Euro nach einem Plus von 0,3 Mill. Euro im Vorjahr. Geplant war nach Firmenangaben für 2000 ein Fehlbetrag von lediglich 2,5 Mill. Euro. Bis November sei Orbis noch sehr zuversichtlich gewesen, die Planzahlen einhalten zu können. "Es war nicht abzusehen, dass das Gesamtjahr so schwach wird", sagte der Vorstandschef. Das vierte Quartal sei normalerweise das stärkste für das Lizenzgeschäft. Im Kerngeschäftsfeld Softwarelösungen für Kundenbeziehungsmanagement und den elektronischen Geschäftsverkehr sei der Umsatz wegen geringerer Lizenzumsätze mit 7,8 Mill. Euro unter den geplanten zehn Mill. Euro zurückgeblieben, sagte Kieren. Im Beratungsgeschäft habe der Umsatz hingegen mit 16,3 Mill. Euro, was einer Steigerung im Vergleich zum Vorjahr von 35 % entspreche, im Rahmen der erwarteten 16,8 Mill. Euro gelegen.

Orbis werde im laufenden Jahr weiter im In- und dem europäischen Ausland expandieren, kündigte Kieren an. Konkret stehe Italien an. Zudem führe Orbis Gespräche über Akquisitionen. Der Vorstandschef wollte aber keine näheren Angaben machen. Die Lizenzerlöse sollten im laufenden Geschäftsjahr um mindestens 35 % nach einem Umsatz von 2,3 Mill. Euro im Vorjahr gesteigert werden, kündigte der Vorstandschef an. 1999 habe Orbis mit Lizenzen rund 4,5 Mill. Euro erlöst.

Knut Woller, Analyst bei der Hypovereinsbank, zeigte sich von den Orbis-Geschäftszahlen enttäuscht und kündigte eine Reduzierung der Prognosen für die kommenden Jahre an. Die Zahlen seien hinter den Erwartungen zurückgeblieben, sagte Woller. Bei seinen Schätzungen habe er sich an den Planzahlen des Unternehmens orientiert. "Wir werden unsere Schätzungen für die Folgejahre deutlich zurücknehmen", sagte der Analyst an. Bislang war Woller von einem Umsatz für 2001 von 50,1 Mill. Euro und 76,5 Mill. Euro im Folgejahr ausgegangen bei einem Ebit von 4,4 Mill. Euro für 2001 und 9,8 Mill. Euro für 2002. Das Produkt von Orbis sei von der technischen Basis her gut. Bei Mittelstandskunden stehe und falle das Ergebnis jedoch mit dem Lizenzgeschäft. Bis zum vierten Quartal 2001 rechne er nicht mit einer deutlichen Belebung der Lizenzerlöse, sagte Woller. Bis dahin erwarte er ein negatives Ebit auf Quartalsbasis.

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