Vormarsch nach Tulkarem
Israel plant Vergeltung nach Anschlag

Nach einem Anschlag auf einen Kibbuz mit fünf Toten ist die israelische Armee am frühen Dienstagmorgen in ein palästinensisches Flüchtlingslager der Stadt Tulkarem eingerückt.

HB/dpa JERUSALEM/RAMALLAH. Die israelische Zeitung "Haaretz" berichtete unter Berufung auf palästinensische Augenzeugen, rund 30 Panzer, Schützenpanzer und Jeeps seien in das Lager im Westjordanland gerollt. Es seien Schüsse zu hören gewesen. Die Armee bestätigte den Vormarsch zunächst nicht.

Die israelische Regierung hatte nach dem Attentat auf den Kibbuz Metzer in Nordisrael mit massiver Vergeltung gedroht. Ein bewaffneter Palästinenser war am Sonntagabend in den Kibbuz eingedrungen und hatte dort unter anderem eine Mutter und ihre beiden vier und fünf Jahre alten Söhne erschossen. Der Attentäter konnte flüchten. Zu dem Anschlag bekannten sich die "Al-Aksa-Märtyrer-Brigaden", der bewaffnete Arm der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Jassir Arafat. Sowohl Arafat als auch die Autonomiebehörde verurteilten das Attentat.

Regierungschef Ariel Scharon und Verteidigungsminister Schaul Mofas kamen am Montagabend zusammen, um über mögliche Vergeltungsmaßnahmen zu beraten. Nach israelischen Medienberichten galten Vergeltungsschläge auf die Palästinenserstädte Nablus und Tulkarem als wahrscheinlich. Die mögliche Ausweisung von Arafat wurde demnach diskutiert, aber wieder verworfen.

Unterdessen wurde am Montagabend ein zweijähriger palästinensischer Junge in Rafah im Gazastreifen getötet. Palästinenser berichteten, israelische Soldaten hätten das Feuer auf ein Wohngebiet nahe der Grenze zu Ägypten eröffnet. Die näheren Umstände waren noch unklar.

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