Vorreiter Finnland
Im hohen Norden wird längst digital unterschrieben

Die digatal Signatur, die in den USA gerade in den Startlöchern steht, ist in Finnland seit letztem Jahr alltäglich. Neben der Kartenlösung besteht sogar die Möglichkeit, per Handy zu "unteschreiben".

hst STOCKHOLM. Im hohen Norden Europas wird schon seit einem knappen Jahr digital unterschrieben. Die gesetzlichen Grundlagen dafür schuf die finnische Regierung im vergangenen Jahr, und am 7.Dezember 1 999 bekam Finnlands Ministerpräsident Paavo Lipponen den ersten digitalen Ausweis des Landes.

Knapp 53 DM müssen finnische Bürger berappen, um sich digital ausweisen zu können. Auf den ersten Blick sieht das Plastikkärtchen wie der EU-Führerschein aus. Name, Geburtsdatum, Gütligkeitsdauer und ein Foto machen aus der Karte einen gewöhnlichen Ausweis, den man bei einer Verkehrskontrolle vorzeigen kann. Daneben ist auf dem Kärtchen jedoch ein Mikrochip enthalten, der alle persönlichen Daten sowie eine digitale Unterschrift enthält. Die Signatur- und Verschlüsselungstechnologie basiert auf auf der Public Key Infrastructure (PKI).

Beantragt wird der Ausweis beim Einwohnermeldeamt. Bei der örtlichen Polizei kann das Dokument ein paar Wochen später abgeholt werden. Für die Anwendung des Ausweises ist ein Kartenlesegerät notwendig, das - an den Computer angeschlossen - sichere Bank- und Aktiengeschäfte sowie andere Einkäufe über das Internet möglich macht. Gleichzeitig haben die Ausweisinhaber einen Rund-um-die Uhr-Zugang zu Behörden, können ihre Steuererklärungen vom Computer daheim ans Finanzamt schicken.

Die finnischen Landwirte gehörten zu den ersten, die sich die Vorteile der elektronischen Ausweise zunutze machten. Statt einen Papierkrieg bei der Beantragung von Agrarsubventionen der EU zu führen, loggen sie sich seit Anfang des Jahres im Server des Ministeriums in Helsinki ein, weisen sich via digitalem Ausweis aus und können den Antrag schnell und völlig papierlos stellen.

Das nordeuropäische Land mit seinen nur 5,1 Mill. Einwohnern bietet daneben als eines der weltweit ersten auch die digitale Unterschrift via Handy an. Der Mobilfunkbetreiber Sonera hat zusammen mit anderen finnischen Unternehmen eine eigene sogenannte Smart Trust-Technik entwickelt, die dem Handy-Benutzer den sicheren Einkauf, Börsenhandel und Banküberweisungen ermöglichen. Ähnlich wie beim digitalen Ausweis enthält die für den Handy-Betrieb notwendige SIM-Karte einen kleinen Chip mit allen persönlichen Daten. Die drahtlose PKI-Technik wird von Börsenmaklern und Banken bereits angeboten. Die Akzeptanz bei den finnischen Mobilfunkkunden ist groß, kein Wunder, hat Finnland mit über 60 % die höchste Handy- Penetration auf der Welt. Dass die Smart Trust-technologie mit ganz gewöhnlichen Handys benutzt werden kann, hat zu der schnellen Verbreitung ebenfalls beigetragen.

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