Vorrübergehender Anstieg auf Wochenhoch von 0,9335 Dollar
Euro profitiert von schwachen US-Wachstumszahlen

Schlechter als erwartet ausgefallene US-Wachstumszahlen haben den Euro vorübergehend um mehr als ein Drittel US-Cent auf ein Wochenhoch von 0,9335 Dollar steigen lassen.

Reuters FRANKFURT. Bis 19.20 Uhr verlor die Gemeinschaftswährung jedoch wieder etwas und lag zuletzt bei 0,9308/15 Dollar. Die Kursgewinne des Euro wurden Händlern zufolge von den Erwartungen einer kräftigen Leitzinssenkung der US-Notenbank (Fed) gebremst. Der geldpolitische Ausschuss der Fed war am Dienstag zu seinem zweitägigen Zinstreffen zusammengekommen und wird seine Zinsentscheidung gegen 20.15 Uhr MEZ bekannt geben. Einer Reuters-Umfrage zufolge erwarten alle 25 befragten Primärhändler von US-Staatsanleihen, dass die Fed die Leitzinsen um 50 Basispunkte senken wird. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Mittag in Frankfurt den Referenzkurs des Euro mit 0,9293 Dollar nach 0,9197 Dollar am Vortag festgelegt.

Das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist nach einer ersten Schätzung des US-Handelsministeriums im letzten Vierteljahr des Vorjahres um 1,4 % nach 2,2 % im Vorquartal gestiegen. Dies sei die geringste Wachstumsrate seit dem zweiten Quartal 1995, teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem Wachstum von 1,9 % gerechnet. Einen weiteren Hinweis auf die spürbare Abkühlung der US-Wirtschaft lieferte Analysten zufolge auch der ebenfalls am Nachmittag veröffentlichte Chicagoer Einkaufsmanagerindex. Dieser fiel nach Angaben der Vereinigung der Chicagoer Einkaufsmanager im Januar auf 40,7 Punkte nach revidiert 45,2 Punkten im Dezember. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem geringeren Rückgang auf 43,2 Punkte gerechnet. "Das waren alles keine Dollar-freundlichen Nachrichten", sagte ein Händler.

Der starke Rückgang des US-Verbrauchervertrauens auf den niedrigsten Wert seit vier Jahren hatte die Gemeinschaftswährung bereits am Dienstag deutlich gestützt und sorgte Händlern zufolge auch am Mittwoch für weitere Kursgewinne. Während einige Volkswirte den Euro durch eine mögliche kräftige Zinssenkung in den USA am Mittwochabend wieder belastet sehen, sagen andere, die anhaltende Unsicherheit über die US-Wirtschaft werde dem Euro weiter Auftrieb verleihen. "Der Dollar wird sich nach der Fed-Entscheidung so verhalten wie die US-Aktienmärkte", sagte ein Händler. Komme es dort zu deutlichen Kursgewinnen, werde auch die US-Währung klar zulegen und der Euro spürbar verlieren. Eine Zinssenkung um weniger als 50 Basispunkte würde nach seiner Ansicht die Aktienmärkte dagegen destabilisieren. Das bekäme dann auch der Dollar zu spüren.

Zum Yen stieg die Gemeinschaftswährung durch die Kursgewinne zum Dollar in der Spitze bis auf 108,63 Yen, notierte zuletzt jedoch wieder etwas schwächer bei 108,44/63 Yen. Der Dollar lag zur japanischen Währung zuletzt bei 116,51/54 Yen nahe seines zuvor markierten Tageshochs.

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